Meldung:
Berlin, 02. März 2011
Brandner trifft kolumbianischen Vizepräsidenten
Gespräch über Menschenrechte und Gewerkschaften in Kolumbien
Über den Tellerrand hinaus zu schauen und voneinander lernen – das ist für Klaus Brandner ein wichtiger Aspekt von Politik. In seiner Funktion als Berichterstatter für den Einzelplan des Auswärtigen Amtes im Haushaltsausschuss traf er nun den kolumbianischen Vizepräsidenten Angelino Garzon und sprach mit ihm über die aktuelle Lage in Kolumbien.
„Der Austausch mit Menschen, die aus einem anderen Land kommen, erweitert nicht nur den eigenen Horizont, sondern ermöglicht auch einen ganz anderen Zugang zu deren Kultur, Werten und Vorstellungen“, weiß Klaus Brandner aus Erfahrung. In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter hat er schon viele Länder bereist und zahlreiche Gäste aus dem Ausland in Deutschland willkommen geheißen. Über den Besuch des kolumbianischen Vizepräsidenten freute er sich besonders und nutzte die Chance, sich bei Garzon direkt über die aktuelle Lage in Kolumbien zu informieren. Sie tauschten sich unter anderem über die Wahrung der Menschenrechte aus. Die Verletzung dieser Grundrechte gehörte aufgrund großer Konflikte in der Vergangenheit zum Alltag in Kolumbien.
Garzon ist seit August 2010 Vizepräsident in Kolumbien. Sein Land und Deutschland verbindet schon seit vielen Jahren einige enge Kooperation auf vielen Ebenen: So ist Kolumbien Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. „Bereits seit 1965 unterstützt die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Vorhaben der technischen Zusammenarbeit unserer Länder“, betont Klaus Brandner. Außerdem sei Deutschland der größte Handelspartner Kolumbiens in der EU, gleichzeitig seien eine ganze Reihe von deutschen Großunternehmen mit eigenen Produktionsstätten in Kolumbien vertreten. Aktuell unterstützt das Auswärtige Amt anlässlich der bald anstehenden Kommunalwahl in Kolumbien ein Programm zum Demokratieaufbau.
Kolumbien hat mit 2.900 Einzelgewerkschaften zwar eine große Vielfalt an Gewerkschaften, ihre Rechte aber sind leider völlig unzulänglich. Die beiden Politiker waren sich einig, dass dieser Bereich ausgebaut werden müsse. In der Vergangenheit wurden Gewerkschafter in Kolumbien oft verfolgt und nicht selten ermordet, allein seit 1986 gab es 2.800 ermordete Mitglieder. „Der Großteil der Verbrechen gegen diese Gruppe wird nicht untersucht“, so Brandner. Er machte sich bei einer Kolumbienreise selbst ein Bild von der Lage vor Ort und lernte in diesem Rahmen vor einigen Jahren auch Angelino Garzon kennen, der selbst Gewerkschafter ist.
Die Stärkung der Gewerkschaftsrechte in Kolumbien steht im Mittelpunkt von mehreren Projekten, an denen auch Dörte Wollrad von der Friedrich-Ebert-Stiftung beteiligt ist. Sie nahm wie die kolumbianische Botschafterin Mejia Marulanda und weitere Fachleute aus kolumbianischen Ministerien an dem Gespräch mit Klaus Brandner teil.