Pressemitteilung:
Gütersloh, 19. April 2010
Erster Politischer Frühschoppen voller Erfolg
Klaus Brandner begrüßt MdB Christoph Strässer zum Thema „Wie weiter in Afghanistan?“
Ein neues Veranstaltungsformat, bei dem Politiker mit Bürgern ins Gespräch kommen, Positionen überprüft und Informationen von Experten zur Verfügung gestellt werden - diese Idee steckt hinter dem „Politischen Frühschoppen“ zu dem der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Brandner am Sonntag das erste Mal einlud. Die Premiere zum Thema „Wie weiter in Afghanistan?“ war ein Erfolg: rund 30 Bürger diskutierten im Hotel „Appelbaum“ mit dem Gastgeber und Gast Christoph Strässer (MdB), Sprecher der Afghanistan/Pakistan TaskForce der SPD-Bundestagsfraktion.
Differenziertheit und Intensität zeichnete den zweistündigen Austausch über die aktuelle Situation in Afghanistan, die Schwerpunkte des internationalen Engagements, Aufgaben und Grenzen des Einsatzes dort aus. „Für mich ist der öffentliche Diskurs in diesem Rahmen sehr gewinnbringend und spannend“, zog Klaus Brandner ein positives Resümee. „Hier werden Standpunkte dargestellt, überprüft und kritisch hinterfragt – dieser Prozess zeichnet doch Demokratie wesentlich aus.“
Als Experte berichtete Christoph Strässer aus Münster zum Einstieg über seinen Blick auf Afghanistan. Schon mehrfach war er selbst vor Ort und erläuterte umfassend die Hintergründe. „Die Rückzugsdebatte finde ich so, wie sie zum Teil geführt wird, oftmals nicht politisch-konstruktiv“, bezog der Sozialdemokrat Stellung. „Wir können nicht einfach aus dem Land gehen, das würde die Zustände dort gravierend verschlechtern.“ Dieser Meinung seien auch der Großteil der Bevölkerung dort und die Vertreter der Hilfsorganisationen.
Detailliert fragten Gäste bei Brandner und Strässer nach, auf welcher Basis von Informationen sie ihre Entscheidungen in dem Fall treffen würden, wie sie sich als Bundestagsmitglieder mit der Thematik befassen und wie sie persönlich die Situation sehen. Die SPD trete klar dafür ein, aktuell vor allem die Ausbildung der Sicherheitskräfte und den Aufbau des Landes zu verstärken. „Da würde ich mir dann aber auch wünschen, dass mehr Gelder in die zivile als in die militärische Hilfe gesteckt werden“, lautete ein kritischer Hinweis eines Gastes.
Umfassend zeigte Strässer auf, welche wichtigen Details in der öffentlichen Darstellung oftmals in den Hintergrund geraten. „Was sich positiv verändert hat, wird nicht gesehen, viel Aufbauhilfe wäre ohne den militärischen Schutz gar nicht möglich.“ Fast 50 Nationen seien derzeit in Afghanistan vertreten, es gehe bei dem Einsatz auch um die Verantwortung innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft. „In der Bevölkerung ist es nicht populär, für die Verlängerung des Mandates zu sein, deshalb ducken sich nun einige Politiker weg und machen keine klaren Aussagen“, beobachtet Klaus Brandner. „Aber wichtig ist doch, die Gesamtsituation zu analysieren und dann eine begründete Position zu vertreten.“ Das kam beim Politischen Frühschoppen nicht zu kurz, es gab positive Rückmeldungen von den Besuchern. Brandner versprach: „Den Frühschoppen als Bühne für einen offenen Austausch wird es in Zukunft öfters geben.“