Pressemitteilung:
Verl/Kreis Gütersloh, 19. Januar 2012
Gemeinsames Engagement für Umweltstandards
SPD-Abgeordneter Klaus Brandner unterstützt Verler Naturschützerin Christel Schroeder
Der Naturschutz in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens geht Christel Schroeder nahe: Sie ist Präsidentin von Euronatur, einer europäischen Naturschutzstiftung, die sich die Beratung und Unterstützung von Umweltschutz-Initiativen zur Aufgabe gemacht hat. „Derzeit helfen wir mazedonischen Naturschutz-Organisationen, die sich gegen den Bau eines Wasserkraftwerks inmitten eines Nationalparks einsetzen“, erklärt Christel Schröder. Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner kritisiert sie, dass das umstrittene Projekt von einer europäische Förderbank mitfinanziert wird. Von der öffentlichen Bank fordern sie die strikte Einhaltung von Umweltstandards.
„Öffentliche Banken dürfen nicht gegen die Interessen von Mensch und Natur handeln“, ist Klaus Brandner überzeugt. Er will sich deshalb mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in Verbindung setzen, die sich an der Finanzierung des Staudamms im mazedonischen Macrovo-Nationalparks beteiligen möchte. Die Förderbank, bei der die Bundesrepublik Deutschland zu den größten Anteilseignern gehört, müsse ihre Finanzierungspraxis überdenken und sich zu klareren Prinzipien bekennen. „Bei Großprojekten muss neben Sozialstandards auch der Schutz der Natur beachtet werden“, erklärt der Abgeordnete.
Gerade weil die EBRD die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks unterstützen soll, sei die Missachtung von Umweltstandards inkonsequent, erklärt Christel Schroeder: „Die EBRD hält sich nicht an europäische Standards. Bisher macht sie die Vorgaben des EU-Naturschutzrechts nicht zur Bedingung für die Förderung von Projekten.“ Wenn dies geschehen würde, hätte das mazedonische Staudammprojekt keinerlei Chancen auf Realisierung. Nicht nur die Zerstückelung und Teilzerstörung der unberührten Natur des Macrovo-Nationalparks ist für die Verlerin ein Problem. Auch drohe durch den Staudamm die seltene Art des Balkanluchses endgültig auszusterben.
Ein weiteres Problem sei, dass lokalen Projektgegnern bisher kaum Gehör geschenkt werde. Klaus Brandner findet es besonders fragwürdig, dass gerade die EBRD den sechs protestierenden mazedonischen Naturschutz-Organisationen scheinbar keine größere Beachtung geschenkt hat: „Eine europäische Förderbank, die die demokratische Entwicklung fördern möchte, sollte hier Vorbildcharakter haben. Bei bürgerschaftlichem Engagement müsste die EBRD besonders sensibel sein.“