Pressemitteilung:
Gütersloh / Berlin, 23. Januar 2012
Dialog mit Kirche auf Kuba
Klaus Brandner traf kubanischen Kardinal in Havanna
Auf Kuba kommt der katholischen Kirche eine besondere Rolle zu, wie Klaus Brandner hautnah erlebt hat: „Sie vermittelt zwischen Staat und Gesellschaft. Das kirchliche Engagement wird für die Öffnung des Landes mitentscheidend sein“, sagt der Gütersloher SPD-Bundestagsabgeordnete, der Mitglied einer kleinen Delegation des Bundestages war, die sich auf der karibischen Insel über den Stand der dort angekündigten Reformen informiert hat.
Dabei traf der Abgeordnete auf den höchsten Vertreter der kubanischen Kirche: In einem längeren Gespräch mit Jaime Ortega, Kardinal und Erzbischof von Havanna, erkundigte er sich über die Situation der katholischen Kirche in dem Land. Klaus Brandner: „Die Kirche nutzt die Gestaltungsmöglichkeiten, die ihr der Staat gewährt. Auch dank finanzieller Unterstützung aus Deutschland kann sie viele gesellschaftliche Aufgaben übernehmen“. So kümmere sich unter anderem die Caritas vor Ort um die Pflege und Integration behinderter Menschen. Darüber hinaus organisiere die Kirche wichtigen gesellschaftlichen Dialog.
„Erzbischof Jaime Ortega sieht im kubanischen Staat keinen Gegner, sondern einen Kooperationspartner. Weil die Kirche ihre Unabhängigkeit vom Staatsapparat bewahrt, trägt sie zum gesellschaftlichen Wandel bei“, erklärt der Bundestagsabgeordnete. Aus Klaus Brandners Sicht geht es im heutigen Kuba um größere Schritte der demokratischen Öffnung, bei der Reisefreiheit, der Arbeitnehmervertretung, aber auch der Gewerbefreiheit: „Da, wo die kubanische Regierung diese Prozesse erkennbar beschleunigt, muss sie auch aus Deutschland Unterstützung erhalten.“
Im Gespräch mit dem Abgeordneten stellte der einzige kubanische Kardinal heraus, dass er keinerlei Verständnis für die amerikanische Blockadepolitik gegenüber Kuba habe. Die Bevölkerung leide unter den wirtschaftlichen Sanktionen. „Um der kubanischen Regierung die auf den Weg gebrachte Öffnung zu erleichtern, ist die Aufhebung der Blockade hilfreich. Und bei Kubas Weg zu mehr demokratischen und wirtschaftlichen Reformen darf auch die deutsche Wirtschaft nicht hintenan stehen“, erläutert Klaus Brandner, der sich zukünftige Engagements auch heimischer Unternehmen gut vorstellen kann.