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Pressemitteilung:

Gütersloh, 28. Mai 2010

„Frauen sollen auch in Zukunft die Wahl haben“

SPD-Bundestagsabgeordneter Klaus Brandner unterstützt Forderung der Hebammen nach angemessener Bezahlung
Ulrike Westhoff (von links), Stephanie Wermert, Klaus Brandner, Annalena Asmus und Marina Preikschas.
„Wir sind wie gute Freundinnen auf Zeit“, mit diesen Worten beschreibt Marina Preikschas, was für sie den Beruf der Hebamme ausmacht. „Wir begleiten während der Vorbereitung, sind bei der Geburt dabei und betreuten die Familien im Anschluss bis zu einem Jahr weiter.“ Seit drei Jahren ist Preikschas Leiterin des Geburtshauses „Die AnderWelt“, 59 Kinder haben dort schon das Licht der Welt erblickt. Nun fürchten die Hebammen um die Zukunft der Einrichtung: Ab 1. Juli steigen die Haftpflichtprämien für Freiberuflerinnen so gravierend, dass ihre Existenz gefährdet ist. Der SPD-Bundestagsabgeordnete machte sich vor Ort ein Bild von der Situation und sprach den Hebammen seine Unterstützung zu.

„So eine erfolgreiche Institution wie das Geburtshaus hier in Gütersloh darf nicht daran scheitern, dass für das aktuelle Problem keine Lösung gefunden wird“, positioniert sich Brandner. Er unterstützt Marina Preikschas und ihre Kolleginnen in ihrem Anliegen, Frauen eine gute Alternative zum Krankenhausaufenthalt zu geben. „Die Zahlen sprechen für uns, die Erhöhung hängt keinesfalls mit einer Zunahme von Schadensfällen zusammen“, stellte Marina Preikschas im Gespräch mit Klaus Brandner heraus und berichtete von den umfassenden Zertifizierungen und Prüfungen, um als Träger überhaupt in Frage zu kommen. „Eine Prämienerhöhung in diesem Umfang war überhaupt nicht vorhersehbar.“
Klaus Brandner sieht dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich, von 2400 wird der Versicherungsbeitrag für die Berufshaftpflicht der freien Hebammen nun auf rund 3700 Euro ansteigen. Das können viele Geburtshelferinnen mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von rund 7,50 Euro nicht bezahlen. „Die Vergütung muss so gestaltet sein, dass die freiberuflichen Hebammen von ihrem anspruchsvollen und wichtigen Beruf gut und angemessen leben können. Das muss auch in den Verhandlungen mit den Kostenträgern deutlich herausgestellt werden“, findet Klaus Brandner. Freiberufliche Hebammen sind für ihn ein wichtiger Bestandteil der Versorgung.
Nach Angaben der Versicherer seien die Prämiensteigerung nicht durch mehr Versicherungsfälle als Folge von schlechter Versorgungsqualität zustande gekommen, sondern ein Ergebnis der deutlich höheren Schadensersatzzahlungen pro Einzelfall. „Es darf auf keinen Fall passieren, dass es durch die gestiegenen Haftpflichtprämien zu einem Versorgungsengpass für die schwangeren Frauen kommt“, waren sich Brandner und die Hebammen aus der „AnderWelt“ einig. Brandner bekräftigte bei seinem Besuch im Gütersloher Geburtshaus: „Keinesfalls darf durch Untätigkeit oder Wegschauen ein ganzer Berufsstand in seinem Fortbestand gefährdet werden.“


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