Meldung:
Verl, 04. November 2009
„Müssen zeigen, wofür wir stehen“
Bundestagsabgeordneter Klaus Brandner diskutiert mit Verler Ortsverein über die Zukunft der SPD
„Ist nach dem Ergebnis vom 27. September vielleicht ein Aufschrei durch die Bevölkerung gegangen? – Das sehe ich nicht und Umfragen bestätigen das Resultat der Bundestagswahl, dieses Ergebnis und die Oppositionsrolle nehme ich an“, betonte Klaus Brandner im Gespräch mit den Mitgliedern seines Ortsvereins. Wichtig sind für ihn aber eine umfassende Auswertung der Wahl und Maßnahmen, die seine Partei wieder näher an die Menschen heranbringen.„Wir haben in der großen Koalition unheimlich viel geschafft und hart gearbeitet, die Kanzlerin hat diesen Prozess moderiert und wir waren nicht in der Lage, nach Außen deutlich zu machen, was wir für wesentliche Erfolge gesichert haben“, zog Brandner ein Resümee aus den letzten Jahren. „Die Menschen werden nun erleben, welche Belastungen und Zumutungen die neue Regierung umsetzt.“ Für ihn und seine Verler Genossen ist es unbegreiflich, dass in Zeiten der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der Bundesrepublik die Mehrheit ausgerechnet eine konservativ-liberale Regierung wählt. Von deren Politikern sei nicht zu erwarten, dass sie die Ursachen für die Krise beheben können und wollen.
Die kritische Begleitung von schwarz-gelb werde für ihn ein wesentlicher Aspekt seiner Arbeit sein, berichtete Klaus Brandner. Im Kreis Gütersloh stehe die SPD zwar etwas besser da als im Bundesdurchschnitt und als Direktkandidat konnte er mehr Stimmen als seine Partei gewinnen, aber am Gesamtergebnis ändert das für den Verler nichts. „Ich weiß, wie engagiert ihr mit mir gekämpft habt und dafür bin ich euch sehr dankbar“, lobte der Abgeordnete den Einsatz der Mitglieder. Er warb in dem dreistündigen Austausch für eine differenzierte Bewertung der Zahlen. „Wer glaubt, dass allein Dinge wie die Rente mit 67 oder die Agenda 2010 der Grund für den Vertrauensverlust sind, der irrt“, meint der Verler. „Sonst wäre doch die Linke Wahlsieger.“ Wenn man sich anschaue, wohin die 6,2 Millionen verlorenen Wähler gegangen seien, fiele auf, dass man in alle Richtungen verloren habe, mehr noch im Bereich der Nichtwähler und nicht zu einer bestimmten Partei allein.
„Kontra zu sein reicht nicht, wir müssen unser eigenes Profil schärfen und für die Menschen erlebbar machen“, fasste Klaus Brandner am Ende des Abends zusammen, was für ihn an erster Stelle steht. Zukünftig müsse die SPD wieder deutlicher machen können, was eine gute Zukunft für die Menschen bedeutet. Was ist gute Arbeit? Was ist gute Bildung? Wie erhalten wir die soziale Sicherheit? Wie schaffen wir sichere Zukunftsperspektiven in der globalen Welt? Die NRW-Wahl im kommenden Jahr könne ein erster Schritt sein, wieder Gewinne zu verzeichnen.
Detailliert und ausführlich sprach Klaus Brandner mit den 30 anwesenden Mitgliedern des Ortsvereins, deren Arbeit vor Ort wesentlich für seine Partei sei: „Wenn wir überlegen, wo es hingehen soll, wie wir die Bürger auf dem Marktplatz und im Sportverein mitnehmen sollen, dann wird das hier an der Basis umgesetzt werden – genau deshalb war mir der Dialog mit den Ortsvereinen immer so wichtig.“ Das wissen die kommunalen Politiker wie Fraktionsvorsitzender Udo Fuchs und Ortsvereinsvorsitzender Adolf Großmann nur zu gut, trotz des Amtes des Staatssekretärs war Brandner in der Vergangenheit immer Ansprechpartner für sie gewesen und hatte regelmäßig den Austausch mit dem Ortsverein gesucht. Auch in Zukunft soll diese enge Zusammenarbeit erhalten bleiben, zu der dann auch Bürger ins Boot geholt werden sollen, schlug Klaus Brandner vor. In welcher Form das geschehen kann, soll noch genau überlegt werden.