Pressemitteilung:
Berlin-Gütersloh, 30. Mai 2009
Vertreter von Karstadt Gütersloh in Berlin
Klaus Brandner: Mögliche Hilfen für Karstadt sorgfältig prüfen
Gemeinsam mit mehreren tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern demonstrierten die Angestellten des Warenhauses Karstadt Gütersloh diese Woche vor den Toren des Bundeswirtschaftsministeriums für staatliche Hilfen um die drohende Insolvenz des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor abwenden zu können. Der Konzern, zu dem unter anderem Karstadt, Quelle und Thomas Cook gehören hofft auf Kredite und Bürgschaften in einem Umfang von 850 Millionen Euro. Ohne die Unterstützung von Bundesseite müsste der Konzern bereits am 12. Juni Insolvenz anmelden. Die Sorge um ihren Arbeitsplatz veranlasste die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nach Berlin zu reisen dort für ihr Anliegen zu werben.
Der Gütersloher Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Klaus Brandner (SPD) weiß um die Bedeutung des Karstadt-Warenhauses in Gütersloh und lud Vertreterinnen und Vertreter des Gütersloher Karstadt-Ablegers, u. a. den Filial-Geschäftsführer Klaus-Peter Kundörfer, die Betriebsratsvorsitzende des Standortes Gütersloh Beate Kaupenjohann zu einem Gespräch über Erwartungen und Möglichkeiten in das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein. „Karstadt beschäftigt nicht nur 140 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Gütersloh, es stellt buchstäblich das Zentrum der Innenstadt dar. Und das nicht nur in Gütersloh, sondern auch in vielen weiteren Städten Deutschlands“, erklärte Beate Kaupenjohann die Bedeutung des Unternehmens. Auch aufgrund der Größe des Konzerns sollte der Antrag der Karstadt-Mutter Arcandor auf Staatsbürgschaft sorgfältig und ohne Vorfestlegung geprüft werden. „Bundesweit geht es um 50.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die um ihren Arbeitsplatz und somit um ihre Zukunft fürchten. Dies kann uns nicht egal sein.“, stimmte der SPD-Abgeordnete seinen Gesprächspartnern zu. Es sei leichtfertig, wenn führende CDU-Abgeordnete nur aus ideologischen Gründen Nein zu einer Bürgschaft sage, ohne überhaupt in der Sache zu prüfen. Klaus Brandner sind die Karstadt-Arbeitsplätze in Gütersloh wichtig: „Mir liegt jeder Arbeitsplatz am Herzen. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um eine Verkäuferin oder einen Bankangestellten handelt. Es ist gefühllos, angesichts der vielen davon abhängigen Einzelschicksale von „Marktbereinigung“ zu sprechen.“ Karstadt habe sich immer durch tarifvertraglich geregelte Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen ausgezeichnet.
Um die Unternehmen zu unterstützen, die aufgrund der Wirtschaftskrise in Not geraten sind, hat der Bund einen Bürgschaftsfond von 100 Milliarden Euro aufgelegt. Aus diesem können Unternehmen, die von den Banken aufgrund der Finanzmarktkrise kein Geld mehr bekommen, Kredite oder Bürgschaften erhalten.
Brandner ist sich bewusst, dass dieses Geld an der richtigen Stelle eingesetzt werden muss: „Natürlich ist es wichtig, dass Karstadt die Kriterien des Fonds erfüllt.“ Es müsse sichergestellt sein, dass die Schwierigkeiten des Unternehmens nicht schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise bestanden haben und ein tragfähiges Konzept für das Unternehmen existiert. Der Fonds sei ausdrücklich dazu gemacht, die Kreditversorgung von Firmen für den normalen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Die Gäste aus Gütersloh sind überzeugt, dass Karstadt diese Kriterien erfüllen kann. Denn dass Karstadt kein Auslaufmodell ist, zeigten nicht nur die täglich 1,5 Millionen Kunden, sondern auch die vielen Unterschriften die die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Gütersloh sammeln konnten: „Seit vergangenen Samstag haben bereits 7000 Menschen aus Gütersloh für den Erhalt von Karstadt unterschrieben“ zeigte sich Geschäftsführer Klaus-Peter Kundörfer stolz.
Die Vertreterinnen und Vertreter von Karstadt Gütersloh zeigten sich nach dem Gespräch zuversichtlich. „Unsere Reise nach Berlin hat sich gelohnt. Wir sind nun guten Mutes, dass unsere Angelegenheit sorgfältig geprüft wird und es Hoffnung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Karstadt in Gütersloh gibt.“