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Meldung:

Rietberg, 30. März 2009
Klaus Brandner begrüßt Initiative Rietberger Fußballvereine

Der Sonntag soll den Amateuren gehören

Rietberger Fußballvereine haben mit großer Bestürzung die Entscheidung der Deutschen-Fußball-Liga, Sonntagsspiele der ersten Bundesliga schon um 15.30 Uhr durchzuführen und über das digitale Fernsehen live zu übertragen, zur Kenntnis genommen.
Die Vereine befürchten große Nachteile durch diese Entscheidung und haben daher zu einer gemeinschaftlichen Informationsveranstaltung eingeladen.
Klaus Brandner nimmt in einem Grußwort an die Initiatoren Stellung:

"Liebe Fußballfreunde,

vielen Dank für Ihre Einladung zu der Protestveranstaltung gegen die geplanten Sonntagsspiele der DFL am 30. März 2009. Gern hätte ich meine Unterstützung für Ihren Protest durch meine persönliche Anwesenheit zum Ausdruck gebracht. Leider kann ich jedoch nicht dabei sein, da ich die Bundesregierung bei dem G8-Treffen der Arbeits- und Sozialminister vom 29. – 31. März in Rom vertreten werde. Ich bitte Sie, allen Beteiligten meine Grüße auszurichten.

Ich hoffe, dass die Aktion bei uns im Kreis breite Unterstützung findet, denn gerade der Amateurfußball hat bei uns eine besondere Bedeutung. Die Vereine erfüllen vor Ort eine wichtige soziale Funktion und sie sind das Rückgrat des Breiten-, wie auch des Profisports. Um ihrer wichtigen Aufgabe gerecht zu werden, brauchen sie aktive Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren, genauso wie finanzielle Mittel.

Es ist daher mehr als unverständlich, dass die Vertreter von DFL und DFB, die eigentlich um die Leistungen der Vereine vor Ort wissen müssten, mit dem neuen Spielplan das aktive Vereinsleben gefährden.
Mit der neuen Regelung, Sonntagsspiele der ersten Bundesliga schon um 15:30 Uhr durchzuführen und durch das digitale Fernsehen live übertragen zu lassen, bedroht die DFL den Amateurfußball gleich mehrfach. Erstens wird die Motivation der Spieler gebremst, die dann vor leeren Rängen spielen. Zweitens sind durch den Zuschauerschwund in den unteren Ligen deutliche Einnahmerückgänge zu befürchten. Drittens sind auch die Spiele in Gefahr, wenn die fußballbegeisterten Spieler sich zwischen dem aktiven Fußball am Sonntag und „ihrem“ Bundesligaverein in Stadion oder Fernsehen entscheiden müssen.

Um die Gefährdung des Amateurfußballs durch das neue Spielplan-Modell wissen DFB und DFL dabei genau. Nicht umsonst heißt es im § 10 Abs. 1 des bisherigen Grundlagenvertrags: „Der Ligaverband verpflichtet sich, zum Schutz des Amateurfußballs Sonntags bis 17:30 Uhr keine Spiele der Bundesliga anzusetzen“. Mit der neuen Regelung hingegen wird auf den Schutz des Amateurfußballs zugunsten eines lukrativeren Fernsehvertrags verzichtet. Das ist eine Rechnung, die auf lange Sicht nicht aufgeht.

Im Übrigen schaden der DFB und die DFL so nicht nur den örtlichen Vereinen, sondern auch sich selbst. Denn die örtlichen Vereine sind die Basis des Fußballs. Hier wird die Begeisterung für den aktiven Fußball geweckt und hier werden die jungen Talente gefördert, die später in der Bundesliga spielen sollen.

Das wissen Sie vom SV Germania Westerwiehe Rietberg, vom SV Rot-Weiß Mastholte und vom TuS Viktoria besser als ich. Ihren Protest unterstütze ich daher ausdrücklich. DFB und DFL sollten im Interesse aller Fußballfreunde, im Interesse der Vereine und auch im eigenen Interesse von ihrem neuen Spielplanmodell absehen. Das ist auch die Meinung meiner Bundestagsfraktion, die dies in einem Appell an die Vertreter der DFL deutlich gemacht hat.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihre Aktion am 30. März 2009 und darüber hinaus.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Brandner



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