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Pressemitteilung:

Kreis Gütersloh, 28. November 2008

Leben und Würde durch Arbeit - Arbeit zum Leben

Klaus Brandner u. Helmuth Schwarz (Referent Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe)
Expertinnen und Experten aus Projekten der Beschäftigungsförderung der Diakonie Rheinland-Westfalen/Lippe trafen sich zum Gespräch mit dem parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Klaus Brandner (SPD) in Gütersloh. Die über 20 Geschäftsführer von Beschäftigungsgesellschaften und sozialen Einrichtungen der Diakonoe hatten ihre landesweite Konferenz in das Sozialzentrum der Westfälischen Klinik in Gütersloh verlegt, um mit Klaus Brandner über das neue Förderinstrument "Jobperspektive" zu sprechen.

Im Mittelpunkt des intensiven Austausches standen Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschläge bei der Umsetzung des bundesweiten Beschäftigungsmodells „JobPerspektive - Arbeit für Langzeitarbeitslose ohne Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt“. Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner hatte dieses Instrument maßgeblich entwickelt und vorangetrieben. „Mit der JobPerspektive haben wir einen Paradigmenwechsel in der arbeitsmarktpolitischen Landschaft eingeleitet“, hob Klaus Brandner die Bedeutung des Instruments hervor. Die JobPerspektive soll dazu dienen, erheblich Benachteiligten einen regulären Arbeitsplatz zu verschaffen. Brandner betonte, dass es dabei nicht um eine Subventionierung gehe, sondern darum, den Arbeitgebern die Leistungsschwächen der Betroffenen finanziell auszugleichen.

Zur Konferenz eingeladen hatte Helmuth W. Schwarz, Referent für Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigungsförderung in der Diakonie Rheinland-Westfalen–Lippe, aus Münster.
Helmuth Schwarz hob in seiner Begrüßung die großen Erwartungen der Bundesfachverbände an die JobPerspektive hervor. „Dies Instrument ist ein richtiger Schritt in die Richtung um längerfristige Beschäftigungsmöglichkeiten für Personen zu schaffen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt große Hemmnisse haben, aber noch nicht zum Klientel der Integrationsbetriebe gehören“, so Schwarz. „Aber wir müssen heute auch feststellen, dass das Instrument im Land sehr unterschiedlich genutzt wird.“ Deshalb seien ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren und besondere Aufklärungsarbeit notwendig.

Zwischen 100.000 und 250.000 Menschen haben aktuell keine realistische Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt. Ihre persönlichen und beruflichen Beeinträchtigungen sind sehr und sie erfüllen meistens nicht die Anforderungen von Arbeitgebern. Diese arbeitsmarktferne Zielgruppe besteht überwiegend aus Leistungsempfängern des SGB II. Ein Beispiel dafür: ein heute 55jähriger ohne Berufsausbildung, der seit mehr als fünf Jahren arbeitslos ist, hat kaum eine Chance auf Vermittlung in eine reguläre Beschäftigung. Genau diese Menschen benötigten aber besondere Unterstützung und Förderung, so SPD-Politiker Brandner. „Uns geht es darum, auch Menschen mit Beeinträchtigungen eine faire Beschäftigungschance zu ermöglichen. Wir können und wollen sie nicht einfach in die Frühverrentung oder Langzeitarbeitslosigkeit abschieben.“ Brandner zeigte sich erfreut, dass mittlerweile im Kreis Gütersloh 114 Menschen im Rahmen der JobPerspektive gefördert werden. Bundesweit geht man von 23.000 Teilnehmern bis zum Jahresende aus.
„Oberstes Ziel der JobPerspektive ist die Vermittlung in Arbeit, denn Arbeit bedeutet auch Würde“, betonte Brandner. So gehe es zum einen auf Dauerfördermöglichkeiten. Zum anderen biete die JobPerspektive aber auch die Chance, durch Fördermaßnahmen eine ungeförderte Beschäftigung aufzunehmen. Dieses Ziel dürfe nicht aufgegeben werden. Er betonte, dass anfängliche Widerstände gegen diese Maßnahme überwunden werden konnten. Denn erste Erfolge belegten, dass es sich bei der JobPerspektive um ein sinnvolles und effektives Instrument für eine Aktivierung der Langzeitarbeitslosen durch flankierende Maßnahmen zur Eingliederung handele.

Die Teilnehmer der Konferenz äußerten Kritik am Fallmanagement der Grundsicherungseinrichtungen. Besonders Benachteiligte bräuchten nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern sie benötigten vor allem begleitende Hilfen, die sie an Beschäftigung heranführen und ihre soziale Situation verbessern. Dies erfordere mehr Beratung und Betreuung. Insbesondere werde dies erreicht durch intensive Betreuung.

Die JobPerspektive soll bis Ende 2011 gewissenhaft evaluiert und die Ergebnisse in einer umfassenden Bilanz dokumentiert werden. „Damit wird dann gezeigt, wie Ziele erreicht worden sind und wo eventuell nachgesteuert werden muss“, so Staatssekretär Brandner.



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