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Meldung:

Kreis Gütersloh, 20. November 2008
Werkstattrat der WfBM lud MdBs zur Podiumsdiskussion ein

Chancen erkennen - Würde und Stolz durch Arbeit auch für Menschen mit Handicap

v.l.: Heinrich Hermwille, Klaus Brandner, Hubert Deittert, Thomas Hunecke, Erika Düffelsiek, Martin Henke. Vorne vo.li.: Jürgen Linnemann und Uta Heiden
Die Gesellschaft braucht die Werkstatt für behinderte Menschen. Und gerade weil die Arbeit der behinderten Menschen für die deutsche Wirtschaft aber auch für die Gestaltung ihres eigenen Lebens, auf dem Weg zur Verselbständigung, so wertvoll und wichtig ist, kann und will man nicht darauf verzichten. Diese einhellige Meinung vertrat am Mittwoch nicht nur der Geschäftsführer der Werkstatt für behinderte Menschen in Gütersloh, Martin Henke sondern machten auch die beiden Bundestagspolitiker aus Berlin, der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Klaus Brandner (SPD)und der Rietberger Bundestagsabgeordneten Hubert Deittert (CDU)bei ihrem Besuch in den Gütersloher Werkstätten klar deutlich.

„Man muss stetig dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung Teil unserer Gesellschaft sind und ihnen auch in allen Ebenen eine Teilhabe geschaffen werden muss. Es reicht nicht, dass einfach nur der Lebensunterhalt gesichert ist. Eine Gesellschaft ist immer nur so sozial, wie sie für die Schwächsten eine ehrliche Gestaltungsmöglichkeit hat“, erklärte Klaus Brandner eingangs einer Podiumsdiskussion, die vom 17 Mitglieder starken Rat der Werkstatt für Behinderte (Wfbm) in Gütersloh initiiert wurde. Der Werkstattrat, mit Jürgen Linnemann als Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin Uta Heiden an der Spitze, hatte dazu einen Sieben-Punkte-Fragekatalog ausgearbeitet, in dem es im Schwerpunkt um die Zukunftssicherung der Werkstatt für Behinderte ging.
„Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise auf die Werkstatt bezüglich der Aufträge von den Partnern?“, „Wird der Bildungsbereich weiterhin Bestandteil einer WfbM bleiben oder soll er auf unabhängige Bildungsträger umverteilt werden?“ und „Ist die WfbM überhaupt noch politisch gewollt oder will man sich aus Kostengründen aus der jahrelang praktizierten guten Behindertenarbeit heraus schleichen und sich mit günstiger Grundsicherung zufrieden geben?“ waren nur ein Teil der Fragen, wie sie von Andre Ortjohann, Dieter Weise, Jürgen Linnemann, Uta Heiden, Stefan Langkamp und Jürgen Förster an die Adressen von Klaus Brandner und Hubert Deittert gestellt wurden. Dass ein Interesse am Dialog mit den Politikern seitens der Behinderten bestand, zeigte sich an einer teils recht lebendigen Diskussion.
Damit die Werkstatt für Behinderte weiterhin, auf dem derzeit schwierigen Wirtschaftsmarkt, im sicheren Fahrwasser bleibt, appellierte Klaus Brandner nicht nur an die soziale Verantwortung von Unternehmen, als Auftragsgeber der Werkstätten sondern regte der Werkstattleitung auch an, neue Wege in der Akquise zu gehen und durch eine Flexibilität zusätzliche Märkte und damit mögliche potentielle Auftragslagen zu erfahren. „Wenn es beispielsweise in der einen Branche der Zulieferbetriebe nicht so gut läuft, dann sollte man sich auch mal andere Dienstleiter und Produktionsbereiche anschauen, von denen man dann vielleicht Aufträge akquirieren kann. Genau diese Vielfalt ist dann auch ein Stück Unabhängigkeit“, so Klaus Brandner.
Derzeit arbeiten bei der WfbM in Gütersloh rund 300 behinderte Menschen und Betreuer. Hubert Deittert betonte, dass es gerade in schwierigen Zeiten wichtig sei, dass die Kontakte mit der Wirtschaft gepflegt würden, damit sie nicht unterbrochen werden. Deittert und Brandner hoben während der Gespräche auch die vorbildliche Zusammenarbeit der heimischen Wirtschaft mit der WfbM hervor.


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