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Gütersloh, 19. November 2008

Brandner trifft Kannegiesser

Über 70 Besucher bei Veranstaltung im Parkhotel
Zu Gast in Gütersloh: Klaus Brandner begrüßte Martin Kannegiesser in seinem Wahlbezirk.
Die Zeit in Saal drei des Gütersloher Parkhotels verflog wie im Flug am Dienstagabend: Über 70 Bürger aus dem Kreis waren zu Gast bei der Veranstaltung „Brandner trifft“. Dieses Mal kam Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, mit Klaus Brandner ins Gespräch. Über zwei Stunden diskutierten die beiden Männer in entspannter und persönlicher Atmosphäre über Tarifautonomie, Mindestlöhne und Managergehälter.

Betriebsräte, Vertreter aus dem Arbeitgeberverband, Gewerkschaftssekretäre, interessierte Bürger – sie alle waren der Einladung von Klaus Brandner gefolgt und am Dienstag im Publikum zu finden und nutzen auch selbst die Chance, ihre Frage an die beiden Akteure zu stellen. Mit viel Witz, fordernden Fragen und provozierenden Thesen sorgte Moderator Thorsten Wagner für eine angenehme Stimmung und spannende Dialoge.
Von Wagner wurde Gastgeber Klaus Brandner als „Gewerkschafter auf Lebenszeit“ bezeichnet, der Moderator harkte bei dem Abgeordneten gleich mal nach, wie es für ihn war, nach so langen Jahren der Aktivität bei der IG Metall bei dieser Tarifrunde zuzuschauen. „Das war natürlich eine völlig neue Perspektive“, schilderte der Bundestagsabgeordnete, der vor gut einem Jahr seine Stelle als Bevollmächtigter der IG Metall Gütersloh abgab, als er Parlamentarischer Staatssekretär wurde. „Aber ich habe mit Freude verfolgt, wie gut die Beteiligung an den Warnstreiks war, besonders hier in Gütersloh, wo ich die Betriebe und viele Akteure ja selbst noch gut kenne.“ Auch in der Kannegiesser GmbH gab es Warnstreiks, die Martin Kannegiesser aber nicht weiter störten. „Solche Streiks haben Demonstrationscharakter, durch sie entsteht der Firma kein Schaden“, erklärte Martin Kannegiesser seine Haltung. „Ich fühle mich nicht gekränkt, weil meine Mitarbeiter das tun, außerdem war das nur ein kleiner Teil der Belegschaft.“
Mit dem Tarifabschluss zeigten sich beide Gesprächspartner zufrieden und obwohl die Positionen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern oftmals unterschiedlicher nicht sein könnten, waren Kannegiesser und Brandner sich in vielerlei Hinsicht einig. „Die Mitgliederzahlen in beiden Verbänden sollten groß sein, damit Handeln möglich ist“, formulierte der Staatssekretär einen Herzenswunsch. Denn es sei nicht Ziel der SPD, dass der Staat als Ersatztarifpartei handle, sondern dass eine Stärkung der Gewerkschaften erreicht werde. „Wir sind in der Vergangenheit in unserer Branche immer zu einem Tarifabschluss gekommen, das System funktioniert, auch wenn es in dieser Runde wirklich schwierig war“, betonte Kannegiesser sein Vertrauen in das System. Einen Eingriff der Politik lehnt er auch an anderen Stellen ab, wie zum Beispiel bei den Managergehältern. „Jedes Unternehmen kann doch selbst entscheiden, was es seinen Mitarbeitern zahlt, außerdem wird die geschaffene Transparenz sowieso einiges regeln.“
Im Anschluss an den intensiven Austausch zwischen Brandner und seinem Gast standen die beiden Akteure den Bürgern Rede und Antwort. Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Bildung und der demografischen Wandel und seine Auswirkungen waren Themen, die das Publikum einbrachten. Im Laufe des Abends lernten die Besucher nicht nur den Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser, sondern auch den Privatmensch und Geschäftsführer einer eigenen Firma kennen, wie er aus dem Nähkästchen plauderte und zusammen mit Klaus Brandner den ein oder anderen Witz machte. „Eine absolut gelungene Veranstaltung, es wurde viel Inhalt vermittelt und ging um unterschiedliche Themenfelder – man hätte ohne Probleme weiterdiskutieren können“, so ein begeisteter Besucher.


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