Pressemitteilung:
Herzebrock-clarholz, 15. Juli 2008
Sommerfest bei Reckendrees in Herzebrock
Gute Aussichten für Reckendrees
„Jetzt machen wir es selber- Wir sind Reckendrees“ haben sich am 1.September 2007 rund 50 Mitarbeiter des Unternehmens Reckendrees Fenster und Türen in Herzebrock-Clarholz gesagt, um dem insolventen Haustüren- und Fensterhersteller eine Zukunft zu ermöglichen und ihre Arbeitsplätze zu retten. Die Idee, eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft zu gründen, war bereits lange vor dem Insolvenzverfahren in Gesprächen zwischen dem damaligen 1. Bevollmächtigten der IG Metall Gütersloh, Klaus Brandner, und dem damaligen Geschäftsführer von Reckendrees, Michael Nüssgen, geboren worden.Beide hatten schon früh gemeinsam nach Wegen gesucht, dass schlingernde Unternehmen aus der Krise zu führen. Während August Spiering als Geschäftsführender Gesellschafter und Michael Nüßgen als Geschäftsführer einen 52-prozentigen Anteil halten, liegen 48 Prozent der Geschäftsanteile bei den derzeit 44 Mitarbeitern, deren Interessen durch die Geschäftsführer Michael Oestreich und Frank Stodolka gewahrt sind. Vergangenen Freitag war es nun an der Zeit, die gemeinsamen Anstrengungen zur Rettung von „Tradition und Arbeitsplätzen“ Revue passieren zu lassen und sich im Rahmen eines Sommerfestes bei Kunden, Unterstützern aber auch den Mitarbeitern und deren Familien zu bedanken. Gemeinsam mit rund 160 Gästen feierte Reckendrees die Rettung des Unternehmens. Als Ehrengäste konnte neben dem Bürgermeister von Herzebrock-Clarholz, Jürgen Lohmann, und der Leiterin des Ressorts Holz- und Kunststoff bei der IG Metall Bezirksleitung in Düsseldorf, Helga Schwarz-Schumann, auch der Gütersloher Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Klaus Brandner, bei Reckendrees begrüßt werden.
„Unsere derzeitige Auftragslage ist besser als erwartet. Wir haben sogar eine steigende Tendenz und derzeit doppelt so viele Aufträge, als wir nach unserer Kalkulation mindestens haben müssten“, erklärte Michael Oestreich voller Zufriedenheit. Die Basis des Erfolges liegt in der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft, denn je weniger mangelhafte Waren den Betrieb verlassen, umso höher der Gewinn am Jahresende, von dem unter anderem auch das Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter bezahlt wird. „Jeder Mitarbeiter ist für die Qualität selber verantwortlich. Das wir damit sehr gut fahren, zeigt die Reklamationsquote, die seit dem 1.Sepember 2007 von ehemals über 20 Prozent auf nun weniger als ein Prozent zurück gegangen ist“, so August Spiering. „Bis wir dieses Modell endlich in trockenen Tüchern hatten, gab es viele Gespräche mit dem Insolvenzverwalter, den Mitarbeitern, Banken, Rechtsberatern und der IG Metall, die alle gemeinsam an einem Strang gezogen haben. Da ist speziell auch Klaus Brandner zu nennen, der den Prozess nachhaltig unterstützt hat“, erinnerte sich Michael Oestreich, der sich auch darüber freut, dass viele altbekannte Kunden und Zulieferer wieder den Kontakt und die Zusammenarbeit mit Reckendrees suchen.
„Eine Insolvenz muss ja nicht zwangsweise dazu führen, das Unternehmen einfach „platt“ gemacht werden“, erläuterte Klaus Brandner, der in seiner Zeit als 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gütersloh in zahlreichen Unternehmen, die durch Insolvenzverfahren oder Krisen ins Strudeln geraten sind, an konstruktiven Lösungen mitgearbeitet hat. „Oberstes Ziel muss sein, die Arbeitsplätze zu erhalten. Allerdings nicht um jeden Preis, denn gute Arbeit muss sich auch durch ordentliche Verdienste auszahlen. Hier bei Reckendrees hatten wir die Situation, das die Beschäftigten nicht nur zu dem Betriebsrat und der IG Metall sondern auch zum Produkt gestanden haben, so dass Reckendrees gute Chancen hat, weiterhin am Markt bestehen zu können“, so die Einschätzung des SPD-Politikers. Geschäftsführer Spiering betonte, man sei bei Reckendrees, die seit 56 Jahren in Herzebrock ansässig sind, angetreten, um Kunden und Händlern hervorragende Beratung, Leistung und Fertigungsqualität zu bieten.