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Pressemitteilung:

Verl, 24. Juni 2008

„Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energiesicherheit“

Brandner besucht Biogas-Anlage Lükewille
Vorbildlich: Klaus Brandner (links) wurde von Hubert Lükewille durch die Anlage geführt.
„Ich werde nervös, wenn der Motor still steht und es ruhig ist“, erzählt Hubert Lükewille. Seit 2001 betreibt der Verler Landwirt auf seinem Grundstück eine eigene Biogasanlage, die Tag und Nacht Strom produziert. Der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Brandner besuchte den Selbstständigen, ließ sich die Stromproduktion genau erläutern und sprach mit ihm über die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Die Gülle, die Kühe und Schweine tagtäglich produzieren, ist das Basismaterial für das von Hubert Lükewille produzierte Biogas. Gülle allein erzeugt aber nicht genug des wichtigen Biogas-Bestandteils Methan. Nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Getreide oder Gras müssen daher zusätzlich eingebracht werden, außerdem darf Bauer Lükewille in seiner „Koferment“-Anlage auch Essensreste aus der regionalen Gastronomie und aus produzierenden Unternehmen verwenden.
Bei richtiger Dosierung aller Komponenten entsteht bei den Verrottungs- und Vergärungsprozessen aus dem Sud das Biogas. „Das geschieht im sogenannten Fermenter“, erläuterte der Anlagenbetreiber dem Verler Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner beim Rundgang. „Das Gas wird von dort einer Turbine zugeführt. Der produziert Strom und Wärme daraus.“ Im Jahr 2001 hat Bauer Lükewille mit einer 65-KiloWatt-Anlage angefangen. Vor zwei Jahren hat er kräftig investiert und sich im Bereich Bioenergie ein zweites Standbein geschaffen. Heute betreibt Bauer Lükewille eine 330-KiloWatt-Anlage. „Damals war ich einer der ersten im Umkreis, die auf diese Art der Energiegewinnung gesetzt haben“, erzählt der Familienvater.
Fossile Energie ist endlich – und wird immer teurer. Das sind nur zwei von vielen Gründen, warum schon seit langem nicht mehr nur Umweltschützer den Ausbau von erneuerbaren Energien fordern. Im Jahr 2000 hatte die rot-grüne Koalition das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Bundestag verabschiedet und damit die Energiewende eingeleitet – weg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien. Heute wird das EEG über alle politischen Lager hinweg als Erfolgsmodell gefeiert. Um den Ausbau erneuerbare Energien weiter voran zu treiben, haben SPD und Union Anfang Juni eine Novelle des EEG beschlossen. Vor dem Hintergrund der europäischen Klimaschutzziele will die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf bis zu 30 Prozent steigern und danach kontinuierlich weiter erhöhen. „Erneuerbare Energien leisten aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie machen uns auch unabhängig von Importen und sichern so unsere Energieversorgung“, betonte Staatssekretär Klaus Brandner. Neben Wind, Sonne und Wasserkraft gewinnen auch Energieträger wie Biogas und Biomasse zunehmend an Bedeutung.
In letzter Zeit ist auch die Herstellung von Bioenergie deutlich teurer geworden. Zwar werden durch das EEG die Vergütungssätze bei den Bioenergien angehoben, um den gestiegenen Rohstoffpreisen Rechnung zu tragen. Jedoch steigen zunehmend auch große Energieunternehmen in die Produktion von Biogas ein. Bauer Lükewille fürchtet deshalb, dass kleinere Betreiber wie er dem stärkeren Wettbewerb nicht standhalten können und von den großen Energieerzeugern aus dem Markt gedrängt werden. Auch Klaus Brandner sieht diese Entwicklung mit Sorge. So mache sich im Bereich der Bioenergien ein Strukturwandel bemerkbar – weg von kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Bioenergieproduzenten hin zu großen Energieversorgungsunternehmen. Der SPD-Politiker hob jedoch die nachhaltige Energieerzeugung kleinerer und mittlerer Biogasanlagen hervor: „Hier werden Rohstoffe und Abfälle aus der Region verwertet und daraus wird vor Ort Strom für die Region gemacht – ohne lange Transportwege und ohne dass der Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln verdrängt wird.“ Ziel des EEG sei es daher auch, die Konkurrenzfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber den großen Energiekonzernen zu sichern und zu erhalten. „Deshalb haben wir das Vergütungssystem zu Gunsten der kleineren und landwirtschaftlichen Anlagenbetreiber deutlich verbessert“, so der Staatssekretär.
Bauer Lükewille war sichtlich erfreut über den Besuch und das große Interesse des Verler Bundestagsabgeordneten. Klaus Brandner versprach, die SPD werde die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Anlagenbetreiber auch in Zukunft genau im Blick haben und die Auswirkungen der Bioenergieproduktion auf die Landwirtschaft im nächsten Erfahrungsbericht ausführlich berücksichtigen.


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