Pressemitteilung:
Gütersloh, 03. Juni 2008
Brandner für mehr Zusammenhalt
Konstruktiver und kritischer Austausch zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaftern aus dem Kreis
Sozialdemokraten und Gewerkschaften haben eine gemeinsame Geschichte mit Höhen und Tiefen, die sie eng miteinander verbindet. „Besonders wenn die SPD wie jetzt in Regierungsverantwortung ist, gibt es Spannungen“, beobachtet Klaus Brandner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales sowie örtlicher SPD-Bundestagsabgeordneter. Brandner ist davon überzeugt, dass SPD und Gewerkschaften nur zusammen mehr Zuspruch in der Bevölkerung erhalten können, um Veränderungen anzuregen und Politik für die Menschen zu gestalten. Deshalb führte er als damaliger SPD-Kreisvorsitzender die regelmäßigen Treffen zwischen Vertretern von Gewerkschaften und örtlichen Sozialdemokraten ein. Am letzten Montag trafen sich wieder einige Akteure aus der Region im Parkbad zum Austausch.
„Für mich ist notwendig, offen miteinander zu reden und die Gemeinschaft zu pflegen“, betonte Brandner, wie sehr er sich über die intensiven Gespräche im Kreis Gütersloh freut. „Wir können viel voneinander lernen, dieser Gesprächskreis gibt konkrete Anregungen für praktisches politisches Handeln.“
Klaus Brandner gab zum Einstieg einen Überblick über die Situation auf Bundesebene. „Wir Sozialdemokraten stehen für einen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro ein und werden mit dem Ausbildungsbonus Betrieben einen Anreiz schaffen, gerade den jungen Menschen eine Perspektive zu geben, die sich bis jetzt bereits das ein oder andere Jahr erfolglos um eine berufliche Ausbildung bemüht haben“. Ihm macht aktuell besonders die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich Sorgen. „Unser Sozialstaat bietet die Möglichkeit, aus Armut heraus zu kommen – da hilft auch die sinkende Arbeitslosigkeit“, zeigte er auf. Arbeit, ausreichend - besser noch gut - bezahlt sei wichtig, um Armut zu vermeiden. „Der Schlüssel zu guter Arbeit ist gute Bildung, für die müssen wir uns gemeinsam als Gewerkschaften und SPD stark machen“, bat der Abgeordnete um Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen. Das Risiko, von Armut betroffen zu sein, träfe besonders Alleinerziehende, Familien mit vielen Kindern und Geringverdiener.
Neben weiteren inhaltlichen Themen wie der Fortführung der Altsteilzeit, Leiharbeit und unangemessene Managergehälter sprachen die lokalen Vertreter aus Partei und Gewerkschaft über die Aktivitäten ihrer Organisationen. „Ratsvertreter sind aktiv in einer Gewerkschaft kaum unterwegs, immer weniger Gewerkschafter übernehmen Mandate“, war die gemeinsame Beobachtung. Anke Unger berichtete, was sie als DGB-Jugendbildungsreferentin Betriebsräten und Jugendvertretern mit auf den Weg gibt: „Im Betrieb vertrittst du deine Interessen, es braucht oft die Politik, diese umzusetzen. Darum sollte man eine Partei unterstützen.“ Wichtig sei es, authentisch und selbstbewusst den Austausch vor Ort zu suchen. „Dafür muss die SPD ihr Profil mehr schärfen“, betonte IG Metall Gewerkschaftssekretär Hans-Werner Heißmann-Gladow. „Gewerkschafts-Themen und Aktionen müssen mehr in den Fokus rücken, schließlich stehen im kommenden Jahr mehrere Wahlen an.“
Bis dahin wird es sicherlich noch manche Gespräche zwischen den Vertretern von SPD und Gewerkschaften geben. „Dieses gegenseitige Begleiten ist wichtig, damit wir nicht nur eine gemeinsame Geschichte haben, sondern auch in Zukunft eine gemeinsame, gestaltende Rolle in der Gesellschaft einnehmen“, schloss Klaus Brandner.