Meldung:
Gütersloh, 17. März 2008
Mehr denn je gebraucht
Verbraucherzentrale Gütersloh feierte 20-jährigen Geburtstag
Talkrunde zum Thema Energiekosten u.a. mit Klaus Brandner
240.000 Anfragen in zwei Jahrzehnten – das bedeutet jeder Gütersloher Bürger hatte durchschnittlich 2,5 Mal Kontakt mit der Verbraucherzentrale heißt es in der Chronik zum runden Geburtstag der Service-Einrichtung. Am Freitagnachmittag luden deren Leiterin Jutta Hülsmann und ihre Kolleginnen in die Beratungsstelle in der Stadtbibliothek, um gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden auf das Jubiläum anzustoßen.Die inhaltliche Auseinandersetzung mit Beratungsthemen gab es zum Empfang bei der Verbraucherzentrale Gütersloh gleich zum Imbiss und Saft aus der Region dazu: Thorsten Wagner, Chefredakteur von Radio Lippe, moderierte die Talkrunde zum Thema „Wenn Energiekosten das Haushaltseinkommen auffressen“. Der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Brandner, die Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier, Joachim Knollmann vom Deutschen Mieterbund, Martin Michalzik, Abteilungsleiter Verbraucherschutz des Landesverbraucherschutzministeriums, Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW und Jutta Hülsmann diskutierten über die steigenden Kosten, über den bewussten Umgang mit Ressourcen und alternativen Energielieferanten.
„Die Energieberatung in unserer Beratungsstelle hat von 2005 auf 2006 und auch von 2006 auf 2007 jeweils um 30 Prozent zugenommen“, berichtete Jutta Hülsmann von der Situation vor Ort. Für eine Stadt wie diese sei die Nachfrage in diesem Bereich sehr groß, „dass weißt auf ein großes Energiebewusstsein hin“. Die Dämmung von Häusern, den Wechsel von Stromlieferanten oder die Möglichkeit des Einsparens von Energie – all das sind alltägliche Themenstellungen, über die sich die Güterslohern bei der Beratungsstelle informieren. „Dieser bewusste Umgang mit unseren Ressourcen ist wichtig“, unterstrich Klaus Brandner. Für den Staatssekretär spielt die Verbraucherberatung eine elementare Rolle, damit Nutzer die komplexen Entscheidungen rund um die Energie zu ihrem Besten treffen zu können. „Deshalb fördert der Bund die Energieberatung.“
Die Diskussion um den Anspruch auf ein Existenz-Minimum an Energie, um wichtige Funktionen im Haushalt aufrecht zu erhalten, auch wenn der Bürger gerade nicht seine Stromrechnung bezahlen kann, stieß Klaus Müller an. „In Deutschland sollte es so was wie Stromsperren nicht geben“, forderte er den Gesetzgeber zum Handeln auf. Diese Diskussion müsse auch mit den Unternehmen geführt werden, meinte Brandner, der darauf hinwies, dass kürzlich im Rahmen der Wohngelderhöhung auch der Energiezuschlag erhöht worden sei. Erster Schritt für einen kontrollierten Umgang mit Energie und allem, was dazu gehört, da waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, sei die Auseinandersetzung mit dem Thema in der Öffentlichkeit. Damit war die Veranstaltung neben der Feier auch gleich ein vorgezogener Beitrag zum Weltverbrauchertag am Samstag.
Im Anschluss an die im wahrsten Sinne des Wortes energiereiche Debatte gab es einen kleinen Imbiss und die Chance, mit den Teilnehmern der Talkrunde persönlich ins Gespräch zu kommen.