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Gütersloh, 10. Dezember 2007

Staatssekretär besucht ash Gütersloh

Brandner: „Arbeitslosenzahlen entwickeln sich positiv“/ Harter Kern von Arbeitslosen erfordert besondere Maßnahmen
Qualitätsware aus Gütersloh: Christian Köhler (von links) Jürgen Delker, Klaus Brandner, Fritz Spratte und Wolfgang Terwey.
„Mein Traumberuf ist Tischler, handwerkliches Arbeiten macht mir großen Spaß“, erzählt Christian Köhler mit strahlenden Augen. Der 21-jährige Gütersloher nimmt bei der Arbeitslosenselbsthilfe Gütersloh (ash) an einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teil. Seit März lernt der Jugendliche in der Werkstatt an der Hermann-Simon-Straße, wie Holz bearbeitet wird. Nun schaute dem Gütersloher ein ganz besonderer Gast bei der Arbeit über die Schulter: Der parlamentarische Staatssekretär Klaus Brandner besuchte die ash und nahm sich nach einem Gespräch mit der Geschäftsführung Zeit für einen Rundgang durch die Räumlichkeiten.

Die Arbeitslosenquote im Kreis Gütersloh liegt bei fünf Prozent, im November 2006 lag sie bei 6,6 Prozent. „Die Entwicklung ist überaus positiv“, findet Staatssekretär Klaus Brandner. Der Abgeordnete für den Kreis weiß aber auch, wer sich hinter den Zahlen verbirgt und warnt davor, sich auf dem Erfolg auszuruhen: 9.308 Arbeitslose gibt es in Gütersloh und Umgebung. Menschen zum Teil mit Familien, die sie ernähren müssen, mit facettenreichen Problemen und so auch mit immer mehr Vermittlungshemmnissen. „Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bringt gleichzeitig mit sich, dass ein harter Kern von Arbeitslosen übrig bleibt, ein Personenkreis, der besondere Fürsorge braucht“, beobachtet Brandner.
Ihm liegt daran, dass zum Beispiel Jugendliche wie Christian Köhler eine Ausbildung absolvieren können. Deshalb nimmt sich der Arbeitsmarktexperte viel Zeit für den stetigen Austausch mit Vertretern aus der Praxis und hat die Jobperspektive auf den Weg gebracht. Dieses umfassende Konzept stützt sich auf die Elemente öffentlich geförderter Arbeitsmarkt, Qualifizierung und besondere Betreuung. Es geht um mehr als um den Ausgleich von Produktivitätsnachteilen durch finanzielle Zuwendungen. Gerade die Qualifizierung und die besondere Förderung sollen die Beschäftigungsfähigkeit verbessern. „Nur wenn diese Elemente zusammen greifen, führt man die Menschen aus der Sackgasse heraus“, davon ist Brandner überzeugt.
„Wir haben immer mehr von den Kunden mit Vermittlungshemmnissen“, schilderte Wolfgang Terwey, Geschäftsführer der ash Gütersloh die Entwicklung in der Region. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat er sich vorgenommen, in Zukunft auf die Produktion von hochwertigen Waren zu setzen. „Das hier ist keine Übungswerkstatt, sondern Ware mit sehr hoher Qualität“, zeigte sich der Staatssekretär beeindruckt, was für Produkte. hier hergestellt werden. Im Rahmen des Programms Jobperspektive soll dieser Weg ausgebaut werden. „Wer hier etwas erwirbt, hat nicht nur Qualität, sondern unterstützt die ash bei ihrer Tätigkeit.“ Gerne können sich Interessenten direkt mit Wolfgang Terwey telefonisch in Verbindung setzen: 05241/951517.
Die Idee vom Fordern und Fördern setzt die Arbeitslosenselbsthilfe gut um, davon konnte sich Klaus Brandner selbst überzeugen: 2008 legen die Mitarbeiter dort den Schwerpunkt auf die Gesundheit und wollen gesundheitsfördernde Maßnahme an ihre Zielgruppe bringen. „Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für beruflichen Erfolg“, weiß der ash-Geschäftsführer. Die finanziellen Fördermittel sind ein Nachteilsausgleich für die Beeinträchtigungen der Akteure, ob gesundheitliche Probleme oder kein Schulabschluss – solch eine Voraussetzung macht die Vermittlung in den Arbeitsmarkt schwer. Klaus Brandner stellte heraus:„Verbunden ist dieser Nachteilsausgleich immer mit Förderaktivitäten, wie es hier vor Ort der Fall ist.“
Mit Wolfgang Terwey hatte der Verler in der Vergangenheit auch schon über die Ausschreibungspraxis diskutiert und bekam nun eine positive Rückmeldung. „Wir stellen zunehmend fest, dass nicht mehr nur über den Preis Aufträge vergeben werden, sondern auch über die Qualität“, stellte der Geschäftsführer fest. Trotzdem sei die Ausschreibungspraxis alles andere als optimal.
Um Jugendlichen wie Christian Köhler und anderen Arbeitslosen eine Perspektive geben zu können, wird Klaus Brandner auch in seiner Funktion als Staatssekretär den engen Kontakt zur ash halten. „Eure Eindrücke geben mir Anregungen für meine Arbeit.“


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