Meldung:
Kreis Gütersloh, 10. Februar 2007
Apotheker sehen Struktur gefährdet
Gespräch mit Klaus Brandner
„Was erwartet die Politik von den Apotheken? Ist die inhaber-geführte Apotheke oder gar die Aktien betonte Apothekenlandschaft die Zukunft in der Versorgung der Menschen in unserem Land mit Medikamenten? Verhindern kostenträchtige Auflagen die Neugründung und verhindern so auch die Qualifizierung der Mitarbeiter?“ Diese und viele andere Fragen diskutierten Elisabeth Busch, Kreisvertrauensapothekerin und Dr. Olaf Elsner für die Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Sven Buttler, als Pressesprecher und Peter Isenbort für den Apothekerverband Westfalen-Lippe, jetzt auf Vermittlung der Vereinigten IKK in Gütersloh mit der Politik.
Der Entwurf eines „Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung“ ist in diesen Tagen im Bundestag verabschiedet worden. Vertreter der Apotheken im Kreis Gütersloh hatten zuvor das Gespräch mit dem örtlichen Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner gesucht und ihre Vorbehalte gegen das geplante Gesetz zum Ausdruck gebracht.
Klaus Brandner bescheinigte den Apothekern eine hohe Qualität in Beratung und Kundenansprache. Gleichzeitig hob er jedoch hervor, dass das geplante Gesetz zu mehr Wettbewerb unter den Sozialpartnern führen soll. Im Fokus stehen hier die Gesundheits- u. Sozialkosten und als Ergebnis letztlich die Senkung der Arbeitskosten.
Jeder Partner im Gesundheitswesen muss hier einen Beitrag leisten, um die Gesundheitskosten auf Dauer finanzierbar zu gestalten. Weitere Eckpunkte werden durch europäische Normen gesetzt. Dadurch wird sich in Zukunft der Markt für die Apotheken evtl. stark verändern. Der Kunde nimmt diesen Wettbewerb aber derzeit (leider) nur über den Preis wahr. Hier gilt es auf Dauer auch die Beratungskompetenz und die Kundenbindung noch stärker herauszustellen.
Brandner betonte: “Der ursprünglich in der Politik diskutierte finanzielle Beitrag der Apotheken zur Optimierung der Kosten (500 Mio. Euro) sei in langen Verhandlungen nachhaltig zugunsten der Apotheken korrigiert worden. Die Politik sieht im Apotheker einen wichtigen Partner für die Beratung und Versorgung der Bürger mit Medikamenten. Die Politik geht dieses Thema wertneutral an und wird es fair regeln. Für konstruktive Hinweise aus der Praxis sei er immer sehr dankbar“.
„Wir Apotheken haben diese neue Herausforderung im Markt angenommen und leisten so unseren Beitrag zur Gesundheitsreform“, sagten deren Sprecher. „Eine veränderte Angebotspalette und insbesondere die hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeiter ist hier ein Garant für das Vertrauen in die Apotheke der Zukunft“
Angesprochen wurde auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer als negativer Beitrag für die Preisentwicklung. Hier forderten die Apotheker eine Absenkung auf den Prozentsatz für Nahrungsmittel. Außerdem sind verlässliche Rahmenbedingen durch die Politik erforderlich, um auf Dauer den derzeit hohen Standard in den Apotheken halten zu können.