Meldung:
Kreis Gütersloh, 10. Dezember 2006
Älteren eine Perspektive geben
Modell-Projekt »Generation Gold 50plus«
Zurück in den Job – was sich einfach anhört, gestaltet sich oftmals schwierig. Besonders langjährige Arbeitslose jenseits des 50. Lebensjahres sind eine Problemgruppe, die sich oft auf dem Abstellgleis fühlt. Im Sommer 2005 startete das Bundesprogramm »Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen« vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, um die Beschäftigungschancen dieser älteren Zielgruppe zu verbessern. Einer der 62 Beschäftigungspakte, die in diesem Rahmen in ganz Deutschland geschlossen wurden, ist die Initiative »Generation Gold 50plus« in OWL. Über das erfolgreiche Modell-Projekt informierte sich Klaus Brandner.
„Ich bin selten auf so engagierte Menschen gestoßen, das Projekt ist für die Beteiligten eine Herzensangelegenheit“, fasste der heimische Abgeordnete in Worte, was während des Gesprächs mit den Experten der Beschäftigungsinitiative zu spüren war: Der Glaube an das Projekt und vor allem an die Stärken von älteren Menschen. Die Erfolge und die hohe Dynamik von »Generation Gold 50plus« bestätigte Anne Meuer-Willuweit, die die Gesamtkoordination des Paktes organisiert: „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass besonders qualifizierte ältere Arbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln sind.“ Über 300 Personen dieser Zielgruppe haben in ganz OWL im Rahmen von »Generation Gold« den Wieder-Einstieg ins Erwerbsleben geschafft, 50 Gütersloher sind unter ihnen.
„Die Ergebnisse des Modellprojektes sind ermutigend“, fand Klaus Brandner. „Vorbildlich finde ich besonders, dass ein auf die Älteren abgestimmtes Qualifizierungskonzept erarbeitet wird.“ Sehr individuell stellen sich die Akteure des Programms auf die Probleme und Biographien der Personen ein, die zu ihnen kommen. „Wir nehmen aber nur Menschen auf, die wirklich motiviert sind, wieder Arbeit zu finden“, stellte Anne Meuer-Willuweit die Schlüsselrolle des eigenen Willens heraus.
Klaus Brandner schlussfolgerte: „Hier sehe ich meine politische Arbeit und die meiner Partei bestätigt, wir haben uns immer für eine systematische Arbeitsmarktpolitik eingebracht, die sich klar durch die individuelle Hinwendung zum Einzelnen auszeichnet.“ Eine Umstrukturierung wünscht sich Brandner in den Betrieben: „Viel zu früh sind die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren aus dem Erwerbsleben herausgedrängt worden, das zeigt sich auch im internationalen Vergleich.“ So hinkt Deutschland bei der Beschäftigung von Älteren hinterher. Der Arbeits- und Sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion unterstrich: „Das ist die falsche Orientierung, der demographische Wandel führt zu zunehmend weniger jüngeren Erwerbstätigen und diese haben nicht die Erfahrungen, die Ältere mitbringen.“
Durch den Pakt »Generation Gold 50plus« hat sich das Denken der Arbeitgeber im Hinblick auf ältere Beschäftigte schon ein wenig verändert, waren sich Ministerialrat Martin Weiland, Referatleiter vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Anne Meuer-Willuweit einig. Auch Fred Kupczyk beobachtet eine Veränderung auf dem Arbeitsmarkt in der Region: „Die Arbeitslosenquote im Kreis Gütersloh ist prozentual bei den Arbeitslosen über 55 Jahren von Januar bis November fast genau so gesunken wie bei den jüngeren Arbeitslosen.“
Nun sei es vor allem wichtig, die Öffentlichkeit für das Thema ältere Beschäftigte zu sensibilisieren, waren sich die Experten einig. „Generation Gold zeigt, was bewegt werden kann, das müssen wir den betroffenen Personen bewusst machen – sie müssen an ihre Ressourcen glauben“, formulierte Klaus Brandner ein wichtiges Anliegen. Er setzt sich mit seiner Politik in Berlin intensiv in diesem Bereich ein: „Damit Ältere gar nicht erst arbeitslos werden, bauen wir im Rahmen von 50plus die Förderung der Weiterbildung in kleinen Unternehmen für diesen Personenkreis aus.“ Die Altersgrenze für förderungsfähige Menschen werde auf 45 Jahre gesenkt und künftig werden auch Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten einbezogen.
Der ostwestfälische Pakt »Generation Gold« ist einer der erfolgreichsten in ganz Deutschland, deshalb ließ sich der Abgeordnete an dieser Stelle über die Ideen und Perspektiven der Akteure ins Bild setzen. „Ich werde mich weiter in Berlin für dieses Thema stark machen und eure Gedanken ins Gespräch bringen“, versprach Klaus Brandner. Bis Herbst 2007 wird der Beschäftigungspakt »Generation Gold 50plus« aktiv sein, dann läuft das Projekt aus und die Erfahrungen sollen in den Arbeitsalltag der Arbeitsagenturen und der Arbeitsvermittlungen eingehen.