Meldung:
Kreis Gütersloh, 04. Dezember 2006
Klaus Brandner ehrt langjährige Mitglieder
Jahresausklangsfeier des SPD-Ortsvereins Rheda
Seit über drei Jahrzehnten engagiert sich Jochen Sänger als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Rheda. Am Samstag trafen sich die SPD-Mitglieder zur traditionellem Jahresausklangsfeier. Dabei wurden drei langjährige Mitglieder durch den Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner geehrt. Dieser freute sich, Jochen Sänger persönlich für 40 Jahre aktive Mitarbeit danken zu können. „Du bist ein sozialdemokratisches Urgestein, nicht nur in deiner Funktion als Ortsvereinsvorsitzender“, so Klaus Brandner. „Du warst Landtagskandidat, hast deine Ideen im Parteirat eingebracht, die Geschichte der Arbeitnehmerbewegung hier in der Region dokumentiert und über die Jahre viele politische Größen nach Rheda geholt.“ Was in den vergangenen zwölf Monaten im Ortsverein geschah, berichtete Beisitzer Matthias Meerfeld im Jahresrückblick. Klaus Brandner ließ das Jahr aus bundespolitischer Sicht Revue passieren.
Und nicht nur Jochen Sänger bekam für seinen Einsatz einen Blumenstrauß und die Ehrennadel vom heimischen Bundestagsabgeordneten überreicht, auch Martin Landwehr gratulierte er zu 25 Jahren Mitgliedschaft. Max Schindler dankte Klaus Brandner für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten. „Wer so lange dabei ist, hat soziale Geschichte mitgeschrieben und sie hautnah miterlebt“, meinte Brandner. „Max hat miterlebt, als die Bundeswehr gegen den Willen der SPD wieder eingeführt wurde, heute ist diese auch mit Unterstützung der SPD im Auslandseinsatz.“ Die Geschichte zeige, dass eine Partei sich wandeln und ändern müsse und es nicht Ziel sei, immer auf demselben Standpunkt zu verharren. „Es ist wichtig, sich der Verantwortung zu stellen“, betonte der Abgeordnete. „Wer 50 Jahre Mitglied ist, der zeigt Verantwortung für die sozialdemokratischen Werte und steht hinter der Partei.“
Welche Ereignisse aus sozialdemokratischer Sicht das Jahr 2006 geprägt haben, darüber tauschten sich die 30 Anwesenden im Rahmen des Jahresrückblicks aus. Vorstandsmitglied Matthias Meerfeld berichtete über die Aktivitäten des Ortsvereins. Besonders die kürzlich gestartete Initiative »Wir kümmern uns«, solle das Jahr 2007 prägen. „Wir wollen intensiver mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen“, formulierte Meerfeld ein wichtiges Ziel.
Die Entwicklungen auf Bundesebene schilderte Klaus Brandner: Die Staatsneuverschuldung ist geringer geworden, die Kommunen verzeichnen gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen. „Das ist gerade hier Rheda-Wiedenbrück zu bemerken, hier hat sich die Situation verbessert“, beobachtet der Abgeordnete. Der Experte für den Arbeitsmarkt freute sich besonders über den Rückgang der Arbeitslosenzahlen unter die Vier-Millionen-Grenze: „Ich bin überzeugt, dass sich die Situation weiter verbessert.“
Eine große Herausforderung bringe der demografische Wandel mit sich: „Die Menschen leben länger, während die Rentenbezugsdauer 1960 im Durchschnitt unter zehn Jahren lag, wird sie 2020 auf 19 Jahre geschätzt.“ Dazu komme, dass die Altersgruppe der Erwerbstätigen, die den Wohlstand erarbeite, immer kleiner werde. „Auch wenn die Gewerkschaften gegen die Rente ab 67 sind und die Akzepttanz in der Bevölkerung nicht hoch ist, bei Betrachtung der Fakten ist die in fünf Jahren beginnende Erhöhung des Eintrittsalters verständlich und nötig“, betonte Brandner. Gleichzeitig wusste er auch: „Bis 2029 die Rente ab 67 gilt, muss sich der Belastungsanspruch von Arbeit verändern und Weiterbildung an Bedeutung gewinnen, damit Ältere länger im Erwerbsleben bleiben können.“ Heute gibt es 44 Millionen Personen im Alter von 20 bis 64, 2030 sollen es bereits zehn Millionen, 2050 20 Millionen weniger sein. Der Abgeordnete stellte klar: „Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist eine Entscheidung für die Zukunft.“
Ein weiteres wichtiges Thema im vergangenen Jahr war die Gesundheitsreform. Peter Berenbrink kritisierte, die Reform sei nicht langfristig angelegt und zahlreiche Probleme seien nicht angegangen worden. Klaus Brandner wies auf die wichtigen sozialdemokratischen Prinzipien hin, die in der Reform eingehalten worden seien, die auch Probleme eingrenzen würden: „Keine Ausgrenzung von Leistungen, der Leistungskatalog bleibt erhalten, unabhängig von der Einkommenshöhe hat jeder Versicherte Anspruch auf den gleichen Schutz und Familienmitglieder sind weiter mitversichert.“ Das diese Inhalte in der Reform zu finden seien, werte der Abgeordnete als Erfolg der Arbeit der SPD in der großen Koalition.
Für das Jahr 2007 wünschte sich der Abgeordnete weiterhin den kritischen Dialog und eine engagierte Unterstützung für die sozialdemokratische Arbeit vor Ort.