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Kreis Gütersloh, 20. November 2006

Mahnende Worte zum Volkstrauertag

Gedenken bei der Kranzniederlegung in Druffel am Volkstrauertag
Neuenkirchen-Druffel. „Ihr seid nicht vergessen“ – diese Worte schrieb die St. Johannes Schützenbruderschaft Druffel auf das grün-weiße Band an dem Kranz, den sie am Volkstrauertag am Mahnmal niederlegten. Wie in Druffel versammelten sich am vergangenen Sonntag zahlreiche Menschen in ganz Deutschland, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege und der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Eindringlich erinnerte Klaus Brandner in seiner Ansprache an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und sprach mahnende Worte für Frieden und Versöhnung.


Trotz des grauen Novemberwetters waren am Sonntag zahlreiche Druffeler zusammengekommen, um im Anschluss an die heilige Messe in der Herz-Jesu-Kirche am Mahnmal In Druffel einen Kranz niederzulegen. In seiner Rede betonte Klaus Brandner die Bedeutung des Volkstrauertags und die Notwendigkeit einer lebendigen Erinnerungskultur. Viele Menschen, gerade auch junge Leute, wüssten mit dem Volkstrauertag und seiner Sinnhaftigkeit immer weniger anzufangen. Deshalb sei es wichtig, eine aktive Kultur des Gedenkens und gemeinsamen Trauerns zu entwickeln: „Wenn persönliche Erfahrung und Betroffenheit mit den Generationen entschwinden, brauchen wir Gedenkorte wie das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas und Gedenktage wie den Volkstrauertag.“ Denn nur aus der gemeinsamen Trauer und des gesellschaftlichen Bewusstseins für das unermessliche Leid der Menschen, könnten moralische Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft erwachsen.

„Wir dürfen jedoch nicht nur zurückschauen, wenn der Volkstrauertag in unserer Gesellschaft auch künftig seinen Sinn behalten soll“, forderte Brandner. Während wir in Deutschland das Glück hätten, seit 61 Jahren in Frieden mit unseren Nachbarn in einem vereinten Europa zu leben, herrsche in vielen Teilen der Welt Krieg und Gewaltherrschaft. Es müsse noch viel getan werden, um Frieden und Versöhnung unter den Menschen und Völkern zu erreichen. Seit der Wiedervereinigung habe Deutschland in zunehmendem Maße international Verantwortung übernommen, um sich gemeinsam mit den Partnern für Frieden und Menschenrechte einzusetzen. „Wir begreifen unsere Geschichte auch als Verantwortung, unseren Beitrag zu leisten für Frieden und Stabilität.“

Das Gedenken am Volkstrauertag sei auch Mahnung für Frieden und Versöhnung. „Das ist Hoffnung und Auftrag des Volkstrauertags.“ Mit diesen Worten leitete Klaus Brandner die Schweigeminute ein, in der die versammelten Bürger und Bürger gemeinsam der Kriegstoten und der Opfer von Hass und Gewaltherrschaft gedachten.

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