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Pressemitteilung:

Berlin/Kreis Gütersloh, 22. September 2006

Praktiker aus der Region kommen in Berlin zu Wort

Arbeitsmarktpolitik hautnah: Der Bundestagsabgeordnete Klaus Brandner (vorne rechts) legt bei der Entwicklung eines Konzepts für Menschen mit Leistungseinschränkungen wert auf die Ideen und Erfahrungen von Praktikern.
Klaus Brandner lädt heimische GAB-Vertreter zu Workshop/ Thema: Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen

Arbeitslosigkeit hat viele Gesichter: Hinter den 4,3 Millionen Arbeitslosen verbergen sich Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen und Fähigkeiten. Arbeitsuchende haben mit sehr unterschiedlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, manche gar keinen Schulabschluss, ein nicht unerheblicher Teil leidet unter gesundheitlichen Einschränkungen. „Eine lange Arbeitslosigkeit trifft eine bestimmte Gruppe besonders hart“, schilderte der Arbeits- und Sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner. „Diese Personen haben mittelfristig fast keine Chance auf Vermittlung in eine reguläre Beschäftigung.“
Der Gütersloher Abgeordnete hat sich das Ziel gesetzt, zügig eine Lösung zu finden, um diesen Menschen eine Perspektive zu geben. „Ein 55-Jähriger, der seit fünf Jahren arbeitslos ist und keine Ausbildung hat, hat fast keine Chance auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt“, so Brandner. „Wir wollen nicht hinnehmen, dass er bis zum Renteneintritt auf dem Abstellgleis bleibt, sondern ihm eine echte Perspektive bieten.“ Deshalb lud er Fachleute aus der Praxis zum Workshop nach Berlin, um gemeinsam mit den Fachpolitikern der SPD-Fraktion eine gezielte Beschäftigungsstrategie zu entwickeln.
– auch drei Praktiker aus der Region waren mit von der Partie: Udo Mescher von der GAB Harsewinkel-Halle und Franz Schaible und Markus Stichmann von der GAB Sozialförderungsgesellschaft Bielefeld.
Der Personenkreis der sogenannten Leistungsgeminderten ist Praktikern aus Wohlfahrtverbänden, freien Trägern, Arbeitsagenturen und ArGen sehr gut bekannt. Dennoch ist es notwenig die eigentliche Zielgruppe genau zu definieren und mögliche Beschäftigungsfelder und -bedingungen, sowie die Finanzierung eingehend zu prüfen.
Dass das Thema der Leistungsgeminderten bisher kaum evaluiert ist, zeigten schon die sehr unterschiedlichen Einschätzungen über die Größe der Zielgruppe. „Die Kriterien für die Personen, die als leistungsgemindert gelten, müssen einheitlich festgelegt werden“, waren sich Politiker und Gäste einig. Udo Mescher, Geschäftsführer der GAB Harsewinkel-Halle und sein Kollege Franz Schaible, Geschäftsführer der GAB Sozialförderungsgesellschaft Bielefeld wiesen auf ein aktuelles Problem hin: „Die Zusatzjobs laufen zu kurz, sie müssen längerfristig angelegt werden.“ Problematisch zu sehen seien vor allem die „Warteschleifen“ in denen Langzeitarbeitslose immer mehr Qualifikationsmaßnahmen absolvieren, ohne dass diese am Ende Erfolge bringen.
Praxisnah diskutierten die Teilnehmer des Workshops ihre Vorschläge für die Erschließung von neuen Arbeitsplätzen auf dem 3. Arbeitsmarkt Aufmerksam und kritisch nahmen die Politiker Anregungen auf und äußerten ihre Einschätzung zur Umsetzbarkeit.
Die auf diesem Workshop erarbeiteten Kernpunkte dienen als Grundlage für das weitere Vorgehen. Die konzeptionellen Überlegungen müssen zwar noch weiter konkretisiert werden, auch ist der Weg noch unklar, jedoch über das Ziel sind sich alle einig: „Wir wollen sinnvolle und gesellschaftliche anerkannte Beschäftigungsmöglichkeiten, die Arbeitszufriedenheit schaffen und eine Zugehörigkeit zur Arbeitswelt ermöglichen“, so Brandner. Zu deren Erschließung tragen auch die GAB-Vertreter aus der Region mit ihrem Engagement bei.


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