Pressemitteilung:
Berlin, 06. September 2006
Bundesagentur für Arbeit schafft 7.500 zusätzliche Ausbildungsplätze
Zu der Ausbildungsplatzsituation, der Initiative der Bundesagentur für Arbeit und den Vorschlägen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, kurzfristig verstärkt außerbetriebliche Ausbildungsplätze für Altbewerber zur Verfügung zu stellen, erklärt der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, MdB:
Die Jugend ist unser Kapital.
Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist derzeit sehr angespannt. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze ist rückläufig und beruht vor allem auf einer geringeren Zahl betrieblicher Plätze. Es gibt eine nennenswerte Zahl von Altbewerbern, die keinen Ausbildungsplatz finden können, und von Jugendlichen, die z.B. aufgrund ihres Migrationshintergrundes mit besonderen Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu kämpfen haben.
Gleichzeitig rechnet die Bundesagentur für dieses Jahr mit einem Finanzüberschuss in Höhe von rund 9 Mrd. Euro.
Die Absicht der Bundesagentur für Arbeit, aktuell 5000 zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsplätze für Migranten und Migrantinnen zu schaffen, ist richtig. Für das kommende Frühjahr sind weitere 2.500 Plätze geplant. All dies dürfte jedoch nicht ausreichen, um die Lehrstellenlücke zu schließen.
Die Initiative des DGB für ein einmaliges Sofortprogramm für zusätzliche Ausbildungsplätze ist daher zu begrüßen, da nur so der Ausbildungsstellungsmarkt spürbar entlastet werden kann. Ein solches Programm sollte auf Altbewerber zielen, die in den Vorjahren keinen Ausbildungsplatz erhalten haben und auf sozial benachteiligte Jugendlichen, die in diesem Jahr „leer ausgehen“. In den neuen Bundesländern kann so ein Impuls gegen eine Abwanderung junger Menschen gesetzt werden.
Ein Teil der Kosten eines solchen Programms könnte aus den Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit für dieses Jahr finanziert werden. In dem Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGBII) müssen wir über die Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen eine entsprechende Initiative starten.
Klar ist: Die Wirtschaft steht hier auch in der Verantwortung und muss ihre Anstrengungen erhöhen. Nur so können wir den demographischen Herausforderungen und den Herausforderungen der Globalisierung erfolgreich begegnen.