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Pressemitteilung:

Kreis Gütersloh, 15. Mai 2006

Klaus Brandner hat offenes Ohr für Geflügelzüchter

Kritischer Austausch über Aufstallungspflicht, Entschädigungen und Impfmaßnahmen
Redeten Klartext: Michael Lautz-Niediek (von links), gewerblicher Geflügelhändler, Dr. Bernhard Beneke, Kreisveterinär, Klaus Brandner, Bundestagsabgeordneter und Christoph Johanngieseker, Geschäftsführer der Firma Deindl.
Rietberg. Die Existenz von vielen Geflügelzüchtern ist gefährdet, spätestens seit dem ersten konkreten Fall von Vogelgrippe in Deutschland haben sich die Bedingungen für die Firmen und Unternehmen, die mit den Federtieren handeln, gravierend geändert. Aufstallungspflicht, strikte Untersuchungsanordnungen und zusätzlich der Argwohn der Kunden macht es den Akteuren in der Geflügelbranche nicht gerade leicht. „Problematisch ist besonders, dass die Aufstallungspflicht schon seit Herbst 2005 gilt, viele Züchter und Händler sind inzwischen am Existenzminimum angekommen“, ärgert sich Christoph Johanngieseker, Geschäftsführer von Deindl. „Uns fehlt eine Zukunftsperspektive, wie sollen wir für die nächsten Wochen und Monate planen?“ Bundestagsabgeordneter Klaus Brandner besuchte den Geflügelzüchter auf seinem Hof in Varensell, setzte sich dort nicht nur intensiv mit den Problemen der Betroffenen auseinander, sondern stellte auch heraus, für was er sich in Berlin einsetzen wolle.

Es hat sich etwas geändert an der Aufstallungspflicht für das Geflügel: Seit vergangener Woche steht auf der Homepage des Kreises Gütersloh ein neues Merkblatt online, dem genau zu entnehmen ist, in welchen Gebieten die Federtiere wieder unter freiem Himmel sein dürfen. „In zahlreichen Kreisen und kreisfreien Städten in ganz Deutschland außerhalb der Verdichtungsräume von Geflügel- und Eierproduktion dürfen die Federtiere nun wieder aus den Ställen“, stellte Klaus Brandner die Bedeutung der neuen Regelung heraus. Problematisch allerdings: In seinem Wahlbezirk, dem Kreis Gütersloh, sind Teilgebiete, in denen die Geflügelproduktion geballt auftritt, so dass diese Züchter immer noch von der Aufstallungspflicht betroffen sind. Zu ihnen gehört auch der Rietberger Christoph Johanngieseker.
„Diese neue Regelung ist ein Schritt in die richtige Richtung“, fand Kreisveterinär Dr. Bernhard Beneke. Der engagierte Beamte erlebt aber im Augenblick auch mit, wie schwer es die Betroffenen haben. „Die Politik muss sinnvolle Verordnungen aufstellen, wir hatten hier in der Region keinen Fall von Vogelgrippe und sind trotzdem die Opfer“, machte Christoph Johanngieseker im Gespräch mit Klaus Brandner seinem Ärger Luft. Der reagierte verständnisvoll und bezeichnete das Aufstallungsgebot als unbefriedigend und existenzbedrohend. „Ich unterstütze ganz klar die Forderung nach der schnellen Entwicklung eines praxistauglichen Impfstoffes“, erklärte der Arbeits- und Sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Aber gegenwärtig wird das nicht helfen.“ Deshalb ist es dem Bundestagsabgeordneten aus der Region auch so wichtig, dass die finanzielle Entschädigung erfolgt. „Der angekündigte Plan von Seehofer muss zügig kommen und eine Verständigung mit den Ländern erreicht werden.“
Die Rolle der Politik sei keine einfache, machte Klaus Brandner gegenüber seinem Gesprächspartner Christoph Johanngieseker und dem gewerblichen Geflügelhändler Michael Lautz-Niediek deutlich. „Aber der vorgekommene Fall in Deutschland ist einfach nicht wegzudiskutieren“, wusste auch Kreisveterinär Dr. Bernhard Beneke. Die Vorsichtsmaßnahmen treffen auch bei den Geflügelproduzenten selbst auf Verständnis, nur eben nicht in dieser Form. „Wenn wir den ersten Fall hier hätten, ich würde meine Tiere selbst töten und zwar unverzüglich“, versicherte Christoph Johanngieseker. „Wir wollen doch selbst auch nicht krank werden.“ Der Firmeninhaber sieht aber nicht die Gefahr, die das Friedrich-Loeffler-Institut derzeit noch sieht.
„Ihre Sorgen und Probleme sind mir wichtig, ich werde mich für die Forderungen einsetzen“, betonte Klaus Brandner bei der Verabschiedung. Er freute sich zumindest über erste positive Anzeichen: Die Aufstallungspflicht ist auch für einige Gebiete im Kreis Gütersloh aufgehoben, vielleicht wird sie das auch bald für den Rietberger und Verler Raum.


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