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Pressemitteilung:

Berlin, 30. März 2006

Spätere Frühjahrsbelebung – dafür im April mit großem Schwung

Zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen für den Monat März 2006 erklärt der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:

Der strenge Winter verhindert, dass die ausgesprochen positiven Konjunkturdaten schon im März auf dem Arbeitsmarkt sichtbar werden. Deshalb rechnen wir im April mit einer umso größeren Belebung des Arbeitsmarktes. Hierfür sprechen zahlreiche Indikatoren: Der IfO-Index zu Erwartungen und Einschätzung der Lage befindet sich nach viermaligem Anstieg infolge auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren und zwar in allen Branchen, das Konsumklima nach dem GfK-Index ist so hoch wie zuletzt im Dezember 2001. Beides zeigt, dass der Schwung allmählich in der Binnennachfrage ankommt. Gerade die guten Signale aus dem Einzelhandel werden bald dem Arbeitsmarkt zugute kommen. Die Wachstumsprognose der Bundesregierung mit 1,4 Prozent steigendem Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr dürfte überholt sein und es ist zu erwarten, dass sie bald nach oben korrigiert wird. Das heißt aber auch, dass die erwarteten Arbeitsmarkteffekte von 350.000 weniger Arbeitslosen in diesem Jahr am unteren Rand der Prognose liegen. Eine Steigerung ist möglich und alle sind aufgerufen, die positiven Konjunkturdaten in Arbeitsplätze umzuwandeln.

Die Arbeitslosenzahlen sind mit 4,9 Millionen nicht so gut wie wir es uns gewünscht hätten. Der Rückgang bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten scheint jedoch die Talsohle erreicht zu haben. Die Abnahme betrug nur noch 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im März 2005 hatte der Rückgang noch über 420.000 gelegen. Leider gibt es keine Entwarnung auf dem Ausbildungsmarkt. Trotz besserer Konjunkturerwartungen fehlten im vergangenen Jahr 12.800 mehr Ausbildungsplätze gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang geht laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im wesentlichen auf betriebliche Lehrstellen zurück. Die Unternehmen müssen ihre Zukunftsverantwortung wahrnehmen und die jungen Menschen qualifizieren, die sie später brauchen.

Zu begrüßen ist die starke Zunahme bei den offenen Stellen. Die Bundesagentur für Arbeit meldet insgesamt 718.000 offene Stellen, das heißt 152.000 mehr als vor einem Jahr. Hierin spiegelt sich sowohl die anziehende Konjunktur als auch das gestiegene Vertrauen der Unternehmen in die verbesserte Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit wider.

Die große Wetterabhängigkeit in der Beschäftigung zeigt, dass wir mit dem Saisonkurzarbeitergeld ein richtiges Gesetz verabschiedet haben, um die extremen Schwankungen im Winter zu mindern. Wir verstetigen die Beschäftigung und geben den Menschen mehr Sicherheit. Wir werden weiter daran arbeiten, dass dieses Gesetz - das zunächst auf die Baubranche begrenzt ist - baldmöglichst auf andere Branchen übertragen werden kann und damit die Beschäftigten und die Unternehmen von wetterbedingten Schwankungen wie jetzt im März weniger betroffen sind.

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