Pressemitteilung:
Berlin, 01. Dezember 2005
Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gewinnt an Fahrt
Die Zahl der Arbeitslosen ist im November 2005 um 25.000 auf 4,531 Millionen gesunken. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,9 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang in einem November seit der Wiedervereinigung. Mit Ausnahme des Jahres 1994 ist die Arbeitslosigkeit bisher in jedem November gestiegen. Die positive Entwicklung der letzten Monate hat sich damit fortgesetzt.
Saisonbereinigt hat im November gegenüber Oktober die Arbeitslosenzahl um 53.000 abgenommen.
Die international vergleichbare, nach dem IAO-Standard erhobene, Arbeitsmarktstatistik weist für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent aus. Sie liegt damit nennenswert unter der nach dem deutschen Standard ermittelten Quote. Nach IAO ist die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober zwar gestiegen. Ursächlich hierfür sind unterschiedliche Erhebungsmethoden und ein anderer Saisonverlauf.
Die bessere Erfassung der Arbeitslosigkeit - ausgelöst durch den Hartz IV-Effekt - wirkt weiter erhöhend auf die Zahl der Arbeitslosen. Aktuell liegt dieser Effekt bei rund 340.000 Personen. Ohne diesen Effekt ist die registrierte Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um rund 66.000 gesunken.
Das Fördern in den Arbeitsgemeinschaften und den Optionskommunen muss weiter an Fahrt gewinnen. Nur durch die Stärkung des Grundsatzes "Aktiv vor Passiv" kann der Beitrag zum Rückgang der Arbeitslosigkeit ausgebaut werden.
Saisonbereinigt stieg die Zahl der Erwerbstätigen von September auf Oktober um 15.000. Die Erwerbstätigenquote betrug 69,1 Prozent. Nicht saisonbereinigt erhöhte sich die Erwerbstätigkeit im Zuge der Herbstbelebung um 160.000 auf 39,37 Millionen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat gegenüber dem Vorjahr abgenommen und lag im September bei 26,59 Millionen.
Die Zahl der offenen Stellen ist seit Jahresbeginn gestiegen und lag im November bei 422.000, 193.000 mehr als vor einem Jahr. Einschließlich der von Arbeitgebern in der Jobbörse und auf Firmenwebseiten veröffentlichten Angebote können die Arbeitsvermittler auf rund 590.000 Angebote zurückgreifen - rund die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebotes. Dies macht deutlich, dass die Vermittlungsaktivitäten der Bundesagentur für Arbeit weiter an Akzeptanz gewinnen und die Unternehmen verstärkt ihre offenen Stellen der Bundesagentur melden. Die Bundesagentur vermittelt mehr Stellen, die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit sinkt. Insgesamt geht die Bundesagentur für Arbeit davon aus, das optimistische Ziel von einer Million Vermittlungen zu erreichen.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge hat das Wachstum im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorquartal angezogen. Nach Meinung von Wirtschaftsfachleuten startet Deutschland einen Lehrbuchaufschwung. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat seine Prognose für das Jahr 2006 von 1,1 Prozent auf 1,5 Prozent nach oben korrigiert. Der Präsident des HWWA (Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv) sieht für 2006 Grund zum Optimismus. Ähnlich sieht es die OECD, die für 2006 eine Steigerung des Wachstums für Deutschland von 1,1 Prozent in 2005 auf 1,8 Prozent in 2006 erwartet. Schwachpunkt ist jedoch nach wie vor die Binnennachfrage.
Unsere Reformen zeigen Wirkung. Wir dürfen mit unseren Anstrengungen jedoch nicht nachlassen. Ziele sind der Abbau von Arbeitslosigkeit und der Aufbau von Beschäftigung.