Pressemitteilung:
Berlin, 29. September 2005
Weniger Arbeitslose im September
Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den Monat September 2005 erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:
Die Zahl der Arbeitslosen ist im September 2005 um 79.000 auf 4.650 Millionen gesunken. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 11,2 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war im September 2005 erfreulicherweise stärker als jahreszeitlich üblich. Er wäre größer gewesen, wenn nicht erstmals die Daten aus den Optionskommunen, die Langzeitarbeitslose in Eigenregie betreuen, in der Arbeitslosenstatistik erfasst worden wären. Dieser Sondereffekt lag bei 68.000 Personen.
Saisonbereinigt hat im September 2005 gegenüber August 2005 die Arbeitslosenzahl um 22.000 abgenommen. Die positive Entwicklung der Sommermonate hat sich damit fortgesetzt.
Insgesamt deutet sich ein warmer Herbst für die Konjunktur an. So ist der Geschäftsklimaindex im September von 94,6 auf 96 Punkte gestiegen. Die 7.000 befragten Firmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich besser als bisher. Wirtschaftsforscher und Bankenvolkswirte sehen nach dem unerwarteten Anstieg die Chance, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten stärker als erwartet zulegt.
Die nach dem internationalen IAO-Standard erhobene international vergleichbare Arbeitsmarktstatistik weist für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent aus und liegt damit nennenswert unter der nach dem deutschen Standard ermittelten Quote.
Der Hartz IV-Effekt durch die bessere Erfassung der Arbeitslosigkeit wirkt weiter erhöhend auf die Zahl der Arbeitslosen. Aktuell liegt dieser Effekt bei 360.000 Personen. Rechnet man diesen Effekt heraus, dann ist die registrierte Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr so gut wie nicht gestiegen.
Glücklicherweise gewinnt das Fördern in den Arbeitsgemeinschaften an Fahrt. Durch die Stärkung des Grundsatzes "Aktiv vor Passiv" wird es auch in den nächsten Monaten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit geben.
Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nahm im August 2005 saisonbereinigt um 36.000 zu. Nicht saisonbereinigt erhöhte sich die Erwerbstätigkeit um 65.000 auf 39,03 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr gab es 113.000 Erwerbstätige mehr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat nach ersten Angaben der Bundesagentur für Arbeit gegenüber dem Vorjahr abgenommen und liegt bei 26,01 Millionen.
Das Erstarken des Arbeitsmarktes zeigt sich auch darin, dass die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Sie liegt nicht saisonbereinigt bei 467.000. Das sind 198.000 Stellen mehr als vor einem Jahr. Dies macht deutlich, dass die Vermittlungsaktivitäten der Bundesagentur für Arbeit weiter an Akzeptanz gewinnen und die Unternehmen verstärkt ihre offenen Stellen der Bundesagentur melden.
Die Arbeitsmarktentwicklung spiegelt die positive Bewertung des Standortes Deutschland durch zahlreiche internationale Fachleute wieder.
Die Reformen zeigen Wirkung. Die Weltbank kommt in ihrer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass sich in Deutschland die Rahmenbedingungen für Unternehmen im vergangenen Jahr in keinem anderen entwickelten Industrieland so deutlich verbessert haben. Insgesamt wurden 155 Länder verglichen.