Seitenanfang

Hauptnavigation




Zusatzinformationen

Termine

21. Mai 2012 - 25. Mai 2012

Sitzungswoche des Deutschen Bundestags

Ort: Berlin
11. Juni 2012 - 15. Juni 2012

Sitzungswoche des Deutschen Bundestags

Ort: Berlin
25. Juni 2012 - 29. Juni 2012

Sitzungswoche des Deutschen Bundestags

Ort: Berlin


Hauptinhaltsbereich

Pressespiegel:

Kreis Gütersloh, 05. Juli 2005
Die NW berichtete vom SPD-Kreisparteitag Gütersloh

Wärme für die verkühlte SPD-Seele

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zu Gast bei Wahlkreiskonferenz
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Sigrid Brandner, Ulrike Boden, Klaus Brandner (v.l.)
Kreis Gütersloh (rb). Der Begrüßungsapplaus war ausgiebig-herzlich, und auch für seine Rede bekam Bundestagspräsident Wolfgang Thierse dankbaren Beifall. Als Gast der Bundestagswahlkreiskonferenz der SPD wärmte der aus Berlin angereiste stellvertretende Vorsitzende die in diesen Wochen so verkühlte „sozialdemokratische Seele“.

Er begann damit, indem er zunächst von seinen eigenen sozialdemokratischen Anfängen noch als DDR-Bürger erzählte. Damals, in den 60er Jahren, als Willy Brandt in Berlin, etwa in der Passierscheinfrage, „konkrete Politik für konkrete Menschen“ gemacht habe, „Politik für uns“, sei er wohl schon gefühlsmäßig Sozialdemokrat geworden.

„So wie etliche, habe auch ich mich schwer getan mit meiner Entscheidung“, sprang Thierse dann in die Gegenwart, zur Vertrauensfrage des Kanzlers tags zuvor im Parlament. Er habe dieses Vorgehen zuerst für falsch gehalten; es gebe gute Gründe dagegen, „aber auch sehr plausible“ dafür. Der begangene Weg führe durch ein „Nadelöhr“ – „Gerhard, das ist ein Drahtseilakt“, habe er Schröder gesagt.

Doch die Alternative, fürchtete Wolfgang Thierse, sei „15 Monate Lähmung von Politik“ und wohl auch durch weitere Niederlagen ausgelöster innerparteilicher Dauerstreit („So sind wir“).

Nach Jahren des Stillstands unter der Kohl-Regierung habe die SPD nötige Reformen angepackt und sich gerade auch dabei als Volkspartei erwiesen. „Es ist gut, sich zu erinnern, was wir in sieben Jahren geschafft haben“, rief der Vizevorsitzende. Man habe „die größten Sozialreformen in der deutschen Geschichte“ eingeleitet. Nicht zu vergessen sei auch, dass man sich im Kosovo engagiert, sich aber am Irak-Krieg nicht beteiligt habe.

„Wir sind nicht gescheitert, wir haben viel erreicht“, fasste der Redner zusammen, der es als Intellektueller verstand, auch das Partei-Gemüt anzusprechen. Es gelte, das soziale Gefüge durch realistische Reformen zu verteidigen. „Der Sozialstaat ist die größte europäische Kulturleistung.“ Zu den Wahlaussichten meinte Thierse: „Das Rennen ist offener, als die veröffentlichte Meinung es will.“


Zum Seitenanfang