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Meldung:

27. April 2005
Ursula Engelen-Kefer und Klaus Brandner:

Beschäftigungspakt für Ältere mit Leben erfüllen

Der von der Bundesregierung angekündigte "Beschäftigungspakt für Ältere" muss schnell Realität werden. Inzwischen ist rund jeder vierte Arbeitslose älter als 50 Jahre. Mehr als 1,2 Millionen Menschen dieser Altersgruppe sind zwischenzeitlich arbeitslos.
Die deutsche Wirtschaft muss alle Möglichkeiten zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmer ausschöpfen. Mit den Arbeitsmarktreformen stehen den Arbeitgebern erhebliche Erleichterungen und Entlastungen für die Einstellung Älterer zur Verfügung. So bietet die Bundesagentur für Arbeit den Unternehmen eine breite Palette von Eingliederungszuschüssen, Qualifizierungsförderung, Beitragsvergünstigung bis hin zur Beschäftigungssicherung über Transfergesellschaften. Die Bundesregierung hat zudem in dieser Woche beschlossen, die Arbeitsmarkthilfen für Ältere, wie zum Beispiel die Entgeltsicherung oder Weiterbildung in Klein- und Mittelbetrieben, zu verlängern. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber diese Möglichkeiten endlich nutzen, statt den eigenen Standort permanent schlecht zu reden.
Auch die Initiative für regionale Beschäftigungspakte mit Gewerkschaften, Arbeitgebern, Kommunen und den Trägern der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) muss mit Leben gefüllt werden. Absolute Priorität muss dabei immer die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt haben. Wir rufen die örtlichen Akteure auf, innovative Projekte für ältere Arbeitslose zu starten und sich am Wettbewerb der regionalen Beschäftigungspakte zu beteiligen (50 mal fünf Millionen Projektwettbewerb der Bundesregierung).
Das Ziel von mehr Jobs für Ältere ist erreichbar. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs für Ältere ab 55 Jahren entgegen dem allgemeinen Trend um 2,1 Prozent gestiegen. Ein nachhaltiger Beschäftigungsaufbau ist aber erst dann erreichbar, wenn die Personalpolitik in den Unternehmen auch faktisch vom "Jugendkult" abrückt. Hier ist noch großer Nachholbedarf.


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