Pressemitteilung:
20. September 2004
Agenda 2010:
Neues Handwerksrecht erfolgreich
Zu den veröffentlichen Zahlen des ZDHs zur Entwicklung des Handwerks in der ersten Jahreshälfte 2004 erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:
Nach den jetzt veröffentlichten Daten des Zentralverbandes des deutschen Handwerks konnte der jahrelange Abwärtstrend im deutschen Handwerk gestoppt und umgekehrt werden. Die Zahl der Handwerksbetriebe nimmt wieder zu, die Zahl der Ausbildungsplätze auch. Fast 2 % oder über 16.200 mehr Betriebe zählte der ZDH im ersten Halbjahr 2004. Die Hauptursache für diese positive Entwicklung ist das neue Handwerksrecht, das am 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist.
1.Wir wollten mehr Existenzgründungen ermöglichen durch weniger Handwerksberufe mit Meisterzwang.
Was wurde bisher erreicht? Um knapp 16 % (oder um gut 11.700 Betriebe) ist die Zahl der Existenzgründungen in den Handwerken gestiegen, die jetzt nicht mehr dem Meisterzwang unterliegen (das sind die Handwerke in der Anlage B 1).
2.Wir wollten mit dem neuen Handwerksrecht einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der Schwarzarbeit leisten.
Was wurde bisher erreicht? Neugründungen in der Anlage B 1 sind vor allem in den typischen Schwarzarbeitshandwerken erzielt worden wie bei den Fliesenlegern, den Gebäudereinigern, den Damen- und Herrenschneidern oder den Parkettlegern.
3.Wir wollten Gesellen mit langjähriger Berufsausübung in Handwerken mit Meisterzwang (Anlage A) die Chance einräumen, sich wirksamer, früher und schneller selbständig zu machen.
Was wurde bisher erreicht? 60% aller Existenzgründungen in Handwerken mit Meisterzwang wurden von berufserfahrenen Gesellen ohne Meisterbrief vorgenommen (2100 von 3500 Neugründungen).
4.Wir wollten durch mehr Freiheit und Wettbewerb die Attraktivität des Handwerks gerade für junge Leute erhöhen.
Was wurde bisher erreicht? Die Zahl der Ausbildungsverträge nahm im August 2004 um 2,4% gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Ein Erfolg sowohl des Ausbildungspaktes wie auch des neuen Handwerksrechtes.
Trotz nach wie vor schwacher Handwerkskonjunktur und einer beispiellosen Verunsicherungskampagne feststeht: Das neue Handwerksrecht wirkt und zeitigt bereits nach kurzer Zeit beachtliche Erfolge.