Pressemitteilung:
02. September 2004
Zu den Arbeitsmarktzahlen für August 2004
Belebung auf den Gütermärkten erreicht Arbeitsmarkt erst langsam
Zu den Arbeitsmarktzahlen für August 2004 erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:
Die Zeitarbeitsunternehmen wittern erste Anzeichen für eine Konjunkturbelebung. In diesem Jahr rechnet die Branche mit einer Zunahme des Branchenumsatzes. Die Zeitarbeitsbranche gilt als Frühindikator für die Konjunktur. Mit den Hartz-Reformen und der Einrichtung von Personal-Service-Agenturen habe wir die Voraussetzungen für einen zügigen Beschäftigungsaufschwung geschaffen.
Verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für dieses Jahr nach oben korrigiert. Zwei Prozent Wirtschaftswachstum erscheinen möglich. Die Konjunkturentwicklung hat sich im Verlauf des Jahres in Deutschland weiter beschleunigt. Gleichzeitig ist die Beschäftigungsschwelle gesunken und dürfte heute eher bei einem als bei zwei Prozent Wachstum liegen. Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist im August nicht in dem Umfang gesunken, wie es Experten aufgrund des Anstiegs des Ölpreises erwartet hatten. Ermutigend ist ebenfalls, dass die Einzelhandelsumsätze sich positiv entwickelt und gegenüber dem Vormat angezogen haben.
Auch wenn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht befriedigen kann, so ist die Zahl der Erwerbstätigen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni saisonbereinigt weniger stark gesunken als in den Monaten zuvor. Während der Rückgang in den Monaten Februar bis Mai bei durchschnittlich rund 8.600 lag, ist die Zahl der Erwerbstätigen von Mai auf Juni lediglich um 1.000 gesunken. Möglicherweise deutet sich hier bereits ein Stop des Rückgangs der saisonbereinigten Zahl der Erwerbstätigen an.
Nicht saisonbereinigt ist die Zahl der Erwerbstätigen im Juni sogar um 58.000 auf 38.24 Millionen gestiegen. Die Zunahmen gerade bei den geringfügig entlohnt Beschäftigten und bei selbständiger Tätigkeit haben im Vergleich zum Vorjahr die Abnahme der Erwerbstätigkeit gebremst. Dies ist nicht zuletzt auf die Hartz-Reformen zurückzuführen, die sich hier positiv ausgewirkt haben.
Die Arbeitslosenquote, auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, belief sich im August unverändert auf 10,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich um 0,1 Prozentpunkte. Sie betrug in den alten Ländern 8,4 Prozent und in den neuen Ländern 18,3 Prozent. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl lag im August bei 4.347 Millionen und ist damit gegenüber dem Vormonat um bundesweit insgesamt 24.000 gestiegen. Die EU-standardisierte saisonbereinigte Erwerbslosenquote betrug 9,9 Prozent.
Einen Lichtblick gibt es bei den jüngeren Arbeitslosen. Bei den unter 20-jährigen ist Zahl gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent gesunken. Bei den unter 25-jährigen hat sie immerhin noch um
0,7 Prozent abgenommen.
Die Agenturen für Arbeit haben im laufenden Jahr verstärkt auf Instrumente gesetzt, die einen hohen Eingliederungserfolg versprechen.
Es wurden 495.100 Vermittlungsgutscheine ausgegeben. Dies spricht einer Steigerung um 75 Prozent. Die Zahl der ausbezahlten Gutscheine stieg um 54 Prozent. Insgesamt entfielen 92 Prozent der ausbezahlten Gutscheine auf unbefristete Beschäftigungsverhältnisse.
Die direkte Förderung der Beschäftigung hat erheblich an Bedeutung gewonnen. Im August befanden sich 371.700 Teilnehmer in solchen Maßnahmen. Dies entspricht einer Steigerung um 32 Prozent und geht insbesondere auf die Zunahme von Existenzgründungszuschüssen (Ich-AG) zurück und beruht ebenfalls auf den Personal-Service-Agenturen.