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Pressemitteilung:

12. August 2004
Zu den heute veröffentlichten jüngsten Konjunkturdaten

Deutsche Wirtschaft wächst schneller als erwartet

Zu den heute veröffentlichten jüngsten Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:

Die deutsche Wirtschaft wuchs auch im zweiten Quartal 2004 stärker als dies von Experten erwartet worden war. Es gibt gute Gründe dafür anzunehmen, dass aufs Jahr gerechnet die wirtschaftlichen Leistungen Deutschlands die Zweiprozentmarge erreichen werden. Damit wird die Beschäftigungsschwelle, die aufgrund der Arbeitsmarktreformen heute eher bei einem Prozent als zwei Prozent Wachstum liegt, bereits in diesem Jahr überschritten. Die Talsohle auf dem Arbeitsmarkt werden wir deshalb in der zweiten Hälfte diesen Jahres durchschritten haben.
Nicht nur Geschäftsklima und Geschäftslage, sondern auch Auftragseingänge und die Produktion selbst zeigen an, dass auch die Binnenkonjunktur zwischenzeitlich anspringt. Die Investitionsgüterproduktion legte zuletzt um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum Mai/Juni zu, gefolgt von der Vorleistungsgüterproduktion. Verhalten ist die Lage noch im Konsumgüterbereich und auch die Krise in der Bauwirtschaft ist noch nicht vollständig ausgestanden.
Es zeichnet sich damit der typische Verlauf ab, der seit Jahrzehnten die Konjunkturentwicklung in Deutschland geprägt hat: Ausgehend vom Export steigt mit einiger Verzögerung die Investitionsgüterproduktion und die Produktion von Vorleistungsgüter, bis schließlich durch eine verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt die Löhne steigen und die Zahl der Erwerbstätigen zunehmen, die Zahl der Arbeitslosen abnehmen werden. Dies beflügelt die private Konsumnachfrage, die damit die Produktion im so wichtigen Konsumgütersektor ankurbeln wird.
Nach dreijähriger Durststrecke kommen wir jetzt Schritt für Schritt aus der konjunkturellen Talsohle heraus. Die Arbeitsmarkt- und Sozialreformen werden dafür sorgen, dass in diesem Aufschwung mehr Menschen Arbeit und selbständiges Einkommen finden werden als zuvor. Die Reformen der Bundesregierung zahlen sich aus. Und niemand wird dies mehr spüren als diejenigen, die bislang kaum oder nur wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten.


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