Meldung:
Berlin, 23. Juli 2004
Zu der Einigung bei Daimler Chrysler
Standort gesichert – Tarifautonomie gewahrt
Die Einigung ist nicht nur ein vertretbarer Kompromiss, sondern vor allen Dingen eine Stärkung für den Standort Deutschland. Die Tarifautonomie hat sich erneut bewährt, die Arbeitsbeziehungen in Deutschland sind international vorbildlich. Es ist möglich, Arbeitsplätze zu sichern und trotzdem Kosten einzusparen.
Wir haben eine arbeitsmarktpolitisch gute Lösung erreicht, weil es nicht zu einer generellen Arbeitszeitverlängerung kommt. Auch die Pausen bleiben entsprechend den Tarifverträgen erhalten. Eine weitere Verdichtung der Arbeit wäre einerseits gesundheitspolitisch bedenklich, andererseits würde sie tendenziell die Zahl der Arbeitsplätze senken. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft müssen wir den gesundheitlichen Aspekten der Arbeitszeitgestaltung mehr Aufmerksamkeit widmen.
Wir haben in Deutschland pragmatische Gewerkschaften, die aber selbstverständlich die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. Für das gesellschaftliche und soziale Klima in Deutschland ist es daher sehr wichtig, dass auch das Management, nicht nur der engere Vorstand, Opfer bringt.
Die 40-Stunden-Woche in Forschung, Entwicklung und zentraler Planung ist ein Musterbeispiel für Flexibilität. Hier gibt es in der Tat einen objektiven Mangel an derzeit sofort verfügbaren qualifizierten Arbeitskräften. Insofern werden keine Neueinstellungen verhindert. Im Übrigen ist ein Arbeitszeitkorridor vereinbart, sodass die Beschäftigten Wahlmöglichkeiten erhalten.