Pressemitteilung:
05. Mai 2004
Zu den Arbeitsmarktzahlen für April 2004
Schwierige Phase am Arbeitsmarkt
Zu den Arbeitsmarktzahlen für April 2004 erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 104.000 im April hat nur saisonale Gründe. Gegenüber dem Vorjahr ist hingegen bei einem Bestand von 4,44 Mio. Arbeitslosen keine Verbesserung zu erkennen, wenn man die Statistikänderung berücksichtigt. Immerhin ist der Rückgang der Erwerbstätigkeit stark gebremst. Im Februar 2004 (letzte verfügbare Zahl) waren mit 37,64 Mio. noch 131.000 Personen weniger erwerbstätig als vor einem Jahr (vor einem Jahr im April 2003 betrug der Rückgang noch 562.000). Die Umstrukturierung vieler Firmen ist zwar weitgehend abgeschlossen, aber angesichts der mäßigen Konjunkturentwicklung zögern noch viele mit Neueinstellungen.
Trotzdem sind Erfolge der Hartz- Reform vor allem bei Mini-Jobs und der Ich-AG (jetzt 124.000 geförderte Existenzgründer) zu erkennen. Insgesamt verzeichnen wir einen erfreulichen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr. Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass Jugendliche ihr Arbeitsleben nicht mit Arbeitslosigkeit beginnen. Daneben müssen wir aber verstärkt die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit angehen. Ich fordere die Kommunen auf, umgehend Anträge nach dem Sonderprogramm des Bundes „Arbeit für Langzeitarbeitslose“ zu stellen. Hier sind in vielen Regionen noch frei Mittel verfügbar. Arbeitgeber müssen vor allem die Vorbehalte gegenüber älteren Bewerbern abbauen. Diese sind oft genau so leistungsfähig wie jüngere, außerdem stehen zahlreiche Förderinstrumente zur Verfügung, wenn das ausnahmsweise nicht der Fall sein sollte.