Klaus Brandner, MdB
Geboren wurde ich 1949 im ländlichen Lippe. Politisch „wach“ wurde ich in der Schule durch die Auseinandersetzung mit der Deutschen Geschichte. Schon früh engagierte ich mich in der politischen Jugendarbeit und übernahm schon bald politische Verantwortung. Bereits zu Beginn meiner Berufsausbildung zum Elektromechaniker in einem Maschinenbauunternehmen mit mehr als 1.500 Beschäftigten wählten die Auszubildenden mich zum Sprecher der betrieblichen Jugendvertretung. In dieser Funktion als Interessenvertreter der jungen
Auszubildenden arbeitete ich in Gesprächen mit der Ausbildungs- und Unternehmensleitung auf eine Verbesserung der Ausbildung hin. Beruflich qualifizierte ich mich in außerbetrieblichen Ausbildungsgängen, nahm an zahlreichen mehrwöchigen Seminaren an Gewerkschaftsakademien teil und spezialisierte mich in den Bereichen Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht. Dort erarbeitete ich mir nicht nur die rein fachliche Kompetenz, sondern insbesondere auch die gesellschaftspolitische Qualifikation.
1969 trat ich im Alter von 20 Jahren in die SPD ein. Sechs Jahre später übernahm ich das Amt des stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden der SPD in Rietberg und im gleichen Jahr das des stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im Kreis Gütersloh. Damals war ich schon zwei Jahre (seit 1973) hauptberuflich bei der IG Metall – zuerst in Detmold, später in Gütersloh – tätig.
Als Gewerkschaftssekretär kümmerte ich mich vorrangig um die Beratung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und die Vertretung ihrer Rechte und Interessen. 1988 wurde ich Geschäftsführer und 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Gütersloh. Durch meine berufliche Funktion in der Gewerkschaft habe ich den wirtschaftlichen und sozialen Wandel im Kreis Gütersloh hautnah miterlebt und mitgestaltet. Mein Selbstverständnis war dabei immer, Veränderungen nicht zu verhindern, sondern sie als Herausforderung zu begreifen und positiv zu
beeinflussen, die Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten. Dabei erkannte ich, dass die Einflussmöglichkeiten größer sind, je geschlossener und einheitlicher die Betroffenen auftreten. Die Effekte des strukturellen und demographischen Wandels, der Globalisierung und einer damit einhergehenden fortschreitenden Individualisierung der Gesellschaft sind meiner Meinung nach nicht erst jetzt erlebbar. Diese Entwicklung konnte ich bereits über die vergangenen zwei Jahrzehnte hinweg miterleben. Ihre Bedeutung für die Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt werden jedoch erst heute offenbar.
Mein Interesse, Einfluss auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu nehmen und Prozesse aktiv mit zu gestalten, animierte mich 1998 zur Kandidatur für ein Bundestagsmandat. Über die Landesliste der SPD Nordrhein-Westfalen wurde ich 1998 in den Deutschen Bundestag gewählt und wurde nur zwei Jahre später sozialpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Die Erfahrungen meines beruflichen Alltags und die Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Leben vor Ort wollte ich mir erhalten. Daher habe ich meine Tätigkeit als 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Gütersloh auf Teilzeit-Basis zusätzlich zu meinem Mandat als Bundestagsabgeordneter weiterhin ausgeübt. Denn durch meine Tätigkeit bei der IG-Metall in Gütersloh war ich mit den Arbeitnehmern und Unternehmen und Geschäftsführern vor Ort in direktem Kontakt. Meine Arbeit für den Wahlkreis und meine fachlichen Tätigkeit in Berlin waren so eng miteinander verzahnt.
2002 wurde ich erneut in den Bundestag gewählt. In der 15. Legislaturperiode von 2002 bis 2005 war ich Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Wirtschaft und Arbeit, sowie Mitglied des Fraktionsvorstandes.
Die Zusammenführung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik war kein leichtes Unterfangen. Die konsequente Umsetzung der notwendigen Reformen am Arbeitsmarkt und die Voraussetzungen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu schaffen, standen und stehen nach wie vor im Zentrum meiner Arbeit in Berlin.
Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 wurde ich wieder in den Deutschen Bundestag gewählt. Von 2005 bis 2007 war ich arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sowie Mitglied des Fraktionsvorstandes.
Im November 2007 wurde ich zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales ernannt. Dies hatte zur Folge, dass ich meine Teilzeit-Beschäftigung bei der IG Metall aufgeben musste. Nach 34 Jahren, die ich hauptamtlich bei der IG Metall beschäftigt war, war das kein unbedeutender Schritt für mich. Aber ich habe mein neues Amt und die damit verbundenen Herausforderungen mit viel Freude angetreten.
Als Bundestagsabgeordneter bleibe ich den Menschen, die in meinem Wahlkreis leben und arbeiten, weiterhin eng verbunden und engagiere mich, um Positives für Beschäftigte und Betriebe im Kreis Gütersloh zu erreichen.
Mit der Bundestagswahl 2009 bin ich wieder über die Landesliste NRW meiner Partei in den Bundestag eingezogen. Als Mitglied des Haushaltsausschusses kümmere ich mich vor allem um den Haushalt des Auswärtigen Amtes.
Als Bundestagsabgeordneter ist mir die Möglichkeit gegeben, Strukturen zu ändern und den Menschen bei vielschichtigen individuellen Problemen zu helfen. Wichtig ist mir dabei: Ich führe viele Gespräche mit den Menschen in meinem Wahlkreis und kenne so ihre Sorgen und Nöte.
Geboren am 13. Januar 1949 in Kalletal-Bentorf
verheiratet, zwei Söhne, evangelisch
1955 bis 1959
Volksschule
1959 bis 1965
Realschule
1965 bis 1968
Ausbildung zum Elektromechaniker
1968 bis 1969
Elektromechaniker
1969 bis 1971
Wehrdienst
1971 bis 1973
technischer Angestellter
1973 bis 1983
Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gütersloh
1983 bis 1988
Geschäftsführer und 2. Bevollmächtigter der IG Metall Gütersloh
1988 bis 1998
Geschäftsführer und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gütersloh
1998 bis 2007
1. Bevollmächtigter der IG Metall Gütersloh (Teilzeit)
1998 Wahl in den Deutschen Bundestag
seit 2001 Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
2002 Wahl in den Deutschen Bundestag
Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion; Mitglied des Fraktionsvorstands; Mitglied des Vorstands der SPD NRW-Landesgruppe
2005 Wahl in den Deutschen Bundestag
Arbeits- und Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion; Mitglied des Fraktionsvorstands; Mitglied des Vorstands der SPD NRW-Landesgruppe
2007
Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales
2009 Wahl in den Deutschen Bundestag
Mitglied im Haushaltsausschuss; stellv. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss; stellv. Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte u. humanitäre Hilfe: stellv. Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union
1965
Eintritt in die IG Metall
1969
Eintritt in die SPD
1975
stellv. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Rietberg
2000 bis 2005
stellv. Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Gütersloh
2005 bis 2006
Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Gütersloh
2005 bis November 2007
Verwaltungsratsvorsitzender (altern.) der Vereinigten IKK
1989 bis November 2007
Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft Radio Gütersloh e.V.
Mitgliedschaften:
SPD, IG Metall, SoVD, Kolping, VdK, SJD-Die Falken, AWO, Gegen Vergessen für Demokratie e.V.
2010
Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung
Links: Biographie mit veröffentlichungspflichtigen Angaben unter www.bundestag.de
Dokumente:Foto: Klaus Brandner_neu_2009
Portrait über Klaus Brandner
Foto: Klaus Brandner neu_1007
Foto: Klaus Brandner - neu_klein_1007